October 2004

anonymous

da kriege ich so nette kommentare und ich habe manchmal keine ahnung von wem. realvisual? elke bist das du? die moeglichkeit zu kommentieren ist in diesem blog etwas schlecht umgesetzt, deshalb am einfachsten den namen unten noch einmal dazu.
danke!
@maexx: ipod hat ja gesagt!!! schnapp ihn dir!

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die frohe kunde

und schon ist es passiert.
ab jänner verdiene ich - sofern nichts dazwischen kommt - meine ersten harten dollars. bei firstborn sind sie ganz zufrieden mit mir. mein chef hat mir verlängerung angeboten. da habe ich natürlich nicht lange überlegt. das offizielle praktikum läuft noch bis weihnachten und dann geht es mal bis mindestens april weiter mit “open end”.
bin sehr glücklich, da mir die projekte und die leute in der firma sehr liegen.
ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht.

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mein leben als designer

ich will die wahrheit sagen. designer zu sein ist cool. es hört sich ja schon cool an: “ich arbeite hier als designer in einer kleinen und superfeinen agentur.” (boaaah, wie eitel!!) manchmal sage ich auch interactive designer. das versteht dann meistens niemand. wie mysteriös! und ich liebe es den ganzen tag mit meinen pixeln zu spielen. eine meiner lieblingssendungen war immer “zeichnen, malen, formen”. ich mache den ganzen tag nichts anderes.
designer zu sein hat aber auch nachteile. man ist hypersensibel und süchtig nach anerkennung. selbstsicherheit? ja genau! mit kritik gut umgehen? sicher! designen ist nun einmal etwas sehr persönliches. vielleicht ist auch versicherungen verkaufen etwas persönliches, aber hier kann man den erfolg sehr einfach messen: verkauft oder eben nicht.
da steckt man nun also sein ganzes herzblut in seine entwürfe und hofft auf lob. natürlich nur von qualifizierten personen. ganz schlimm sind diese unwissenden (um deren kommentar man nie gefragt hat), die entweder alles “voll super” finden oder - noch schlimmer - ihre kreativen ideen anbringen wollen.
die konkurrenz ist groß. schon einmal innerhalb der firma. da brütet man ewig an etwas herum und der kollege macht ratzfatz was viel besseres. das bringt das kleine designergemüt natürlich völlig durcheinander. man beginnt an allem zu zweifeln, fragt sich, ob man das mit der “berufung” falsch verstanden hat, und wartet auf einen ipodwink des schicksals. die stimmung sinkt, man betet um kreativ-geniale eingebungen und sieht die anstehende review mit art-director vas wie das damokles-schwert über einen schweben.
nachdem man aber mal so richtig gelitten hat, macht es auf einmal klick und alles ist wieder ok. und so geht’s mir dauernd.
das ist die wahrheit!

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mitleser

als ich noch in brooklyn gewohnt habe, war subwayzeit lesezeit. warten, fahren, umsteigen. das waren schon mal 40 minuten in denen man gut und gerne 2, 3 kapitel lesen konnte. ich war schon richtig gut im gleichzeitigen festhalten (an den haltegriffen), ausbalancieren (wegen der rasanten geschwindigkeit der subwayfahrer), halten des buches und umblättern.
seit ich in manhattan wohne ist die zeit fast zu kurz zum lesen. gelegentlich lese ich noch mit den ohren. und zwar entweder harald-martenstein-artikel von www.diezeit.de (danke für den tipp orhan!) oder die “3 fragezeichen”. beides am ipod.
am einfachsten zum lesen kommt man in der subway aber als mitleser. irgendwer hat immer was zum lesen dabei. das wallstreet journal, die new york times, den koran (im original), gerichtliche vorladungen, einen weiteren wälzer von dan brown, ausgedruckte emails oder us (die amerikanische bunte - mein mitlese-favorit).
und noch einen vorteil hat das mitlesen: man erspart sich das halten, umblättern und herumschleppen von büchern. muss mir nun noch etwas für meine freie hand beim subwayfahren einfallen lassen. cashew-nüsse?

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das orakel

new york city ist laut. für den richtigen ton sorgt aber mein kleiner lieber ipod. gleich morgens wenn ich das apartment verlasse, darf er loslegen. dank der shuffle-funktion macht er seine eigene playlist und jedes lied ist eine überraschung. und diese überraschungen nutze ich, um meinen ipod als orakel zu benutzen.
und das funktioniert so: ob man nun in der subway sitzt oder bei der arbeit oder einfach nur herumläuft, ständig denkt man an etwas (das dürfte aber wahrscheinlich nicht nur in nyc so sein). und manchmal passiert es, dass die gedanken und das lied ideal zusammenpassen. das nennt man natürlich schicksal und so eine verrückte wie ich bildet sich darauf natürlich ihren reim.
so zum beispiel als ich das apartment zum ersten mal anschauen war. da bin ich mit dem 6er die upper east side rauf und plötzlich spielt billy joel “uptown girl”. ich war mir noch nie so sicher…. und siehe da. nun bin ich ein uptown girl. und wenn ich vor einer wichtigen entscheidung stehe, befrage ich meinen ipod auch. in graz hab ich das immer mit den ampeln gemacht. “wenn die ampel auf grün-blickend schaltet, bevor ich daran vorbeigefahren bin, dann… werd ich die diplomarbeit nie fertig kriegen….” und hier dasselbe mit musik. “wenn der gute jack johnson bis zur 77 straße singt, wird vas meine entwürfe super finden…” so einfach ist das ganze.
wenn gerade mal keine entscheidungen anstehen oder ich nahezu gedankenfrei in den “straßen von new york” herumzirkle, dann freu ich mich immer besonders, wenn ein supertolles lied ange-shuffelt kommt und ich mir vorkomme wie in einem film mit einem genialen soundtrack. (bei den meisten filmen stellt sich der soundtrack ja im nachhinein beim downloaden dann wieder als mittelmäßig heraus. aber nicht in meinem film!)
im übrigen: es gibt neue ipods! also bitte, zugreifen und sich einige langwierige entscheidungen ersparen…

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das grauen in der nacht

ich bin ja ein nachttier. zumindest sitze ich gerne bis 1 oder 2 vor dem computer und sauge mir die aberwitzigsten new york stories aus den fingern. meistens sitze ich im wohnzimmer, weil ich es bis jetzt noch nicht geschafft habe, dieses wlan zu installieren. aber ich schweife ab….
das licht im wohnzimmer ist gerade kaputt und das ganglicht ist eher schwach.
da chatte ich nun grade mit juliane und was hör ich? dieses rascheln. hornpanzer und fühler die auf dem holzboden lärm machen. da gehts einem schon mal kalt den rücken runter. ein anderes nachttier ist unterwegs.
ein kakerlak. und was für einer. drei zentimeter. das wovor ich mich schon fürchte, seit ich hier bin. mein erstes zusammentreffen mit einem kakerlaken. dem wahren new yorker.
bin da hypersensibel und will am liebsten wegrennen, aber ich kann das ding ja nicht in der wohnung lassen. also: töten! töten! töten! ich erschlage ihn mit einer zeitschrift. um meine schuhe ist mir leid.
nach zehn mal bewegt er sich noch immer. zäher bursche… doch dann hol ich zum vernichtenden schlag aus. viel bleibt nicht über. geschützt mit 10 lagen bounty befördere ich den guten in den abfall.
hab jetzt meinen nervösen hautausschlag. ich halte viel aus und ich liebe auch tiere, aber keine insekten. in nyc gibts aber überall kakerlaken. da hilft es auch gar nicht viel, wenn man selbst super sauber ist. man kann ja unordentliche nachbarn haben, die die kleinen aufpäppeln und dann, wenn sie groß und ekelhaft sind, in die umliegenden apartments entsenden. wie jeder new yorker kenn ich meine nachbarn nicht.
meine anderen haustiere sind franz und bertl. zwei unheimlich fette tauben, die den ganzen tag beim fenster gegenüber sitzen. ich hab keine ahnung, was daran so toll ist, aber ihnen gefällt es.
soviel zu meinen tierischen erlebnissen.

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monday night muppet show

nachdem baseball für mich als yankee-fan ja abgehakt ist, wende ich mich nun meinem eigentlichen lieblings-american-sport zu: football. hier passiert endlich was. ganz praktisch ist da monday night football. montag bleibe ich ja sowieso eher zu hause, also kann ich so ganz amerikanisch auf dem sofa sitzen und das spiel ansehen. gerade eben werden die denver broncos von den cincinnati bengals so richtig schön hergenommen (sorry lieber bruder!).
ganz besonders lustig finde ich ja die typisch amerikanischen sportmoderatoren. da gibt’s mal die zwei typen in der moderatoren-kabine. blaues hemd, krawatte und ein riesen headseat. meistens ist es ja der klapprige john madden und noch wer. aussehen tun sie wie die zwei alten von der muppet show (und reden auch so). am spielfeldrand unten steht immer eine blonde lady, bei der ich mir nie sicher bin, ob sie nun etwas von football versteht oder nicht.
zum spiel selbst. wer football nicht kennt: zwei teams versuchen einen einförmigen ball in die endzone zu tragen. das heißt dann touchdown. man kann werfen oder rennen. was dann immer recht brutal aussieht sind die blocks und tackles. ein ziemlich strategisches spiel, in dem jedes team nach seinen vorgelegten spielzügen vorgeht. finde ich supergut. ist halt mal ganz, ganz schnell erklärt.
was das zuschauen so interessant macht: die trainer auf der seitenlinie (haben immer riesige headsets und müssen sich prinzipiell immer aufregen), der wechsel von spielzug und pause (nach jedem angriff müssen sich die teams wieder neu aufstellen und den nächsten spielzug starten - ist also quasi wie ein kneippsystem *heiß-kalt*), statistiken (für alles mögliche gibt es eigene wertungen, wer hat die meisten rushing yards im dritten viertel eines spiels an einem vollmondtag erzielt, wer war der jüngste spieler, der jemals ein field goal mit dem linken fuß und dann darauffolgend mit dem rechten fuß erzielt hat, etc. etc.), die fans (immer toll verkleidet, die greenbay packers haben ihre cheese heads, die bengals ihre tiger, die broncos ihre pferdchen, die ravens-fans rennen alle in schwarzen federn rum - alles sehr komisch - die österreichischen bundesligafans laufen ja alle nur mit diesen furchtbaren schals herum (wo bitte bleibt der modebewusste fan?)), originalton (manchmal schaltet der regisseur auch auf original-spielfeldton um, dann kracht es so richtig)
gründe genug also, um sich auf die monday night zu freuen.

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schnitzel

das austrian cultural forum in new york ist ziemlich bekannt. deshalb konnte ich mich nicht mehr länger vor einem besuch drücken und bin heute hin. es war eine art vor-nationalfeiertag-party mit lesung und kleinem buffet. die lesung war sehr nett, das buffet (es bestand aus winzig kleinen, aber sehr vielen, schnitzeln und wein) war ganz gut.
die österreicher, die sich dort alle versammelt haben, waren aber größtenteils nicht ganz mein fall. eher die kategorie “uno-mitarbeiter”, “botschafts-angestellter”, “business-fuzzi” oder “geistige elite”. da zähl ich mich ja nirgends so richtig dazu ;) aber wie gesagt: die schnitzel waren ganz fein.
was auch sehr schön dort ist: das gebäude an sich. ist von architekt raimund abraham. das eigentlich beeindruckende, wenn man das so schreiben kann, ist aber die verarbeitung. solide, massiv, beständig. so wie man es aus es österreich gewohnt ist. viele öffentliche gebäude hier sind ja eher wie aus karton und farbe. da fällt solides holz und metall im österreichischen design natürlich gleich auf.

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und wo sind die ausblicke?

ich geb es ja zu. geschrieben wird in diesem blog viel, aber wo sind die bilder? wo ich doch so gerne fotografiere und auf meinen reisen meine kleine flashkarte vollstopfe bis zum geht nicht mehr.
irgendwie hatte ich bis jetzt gar keine richtige lust zum fotografieren. dauernd die kamera mitzuschleppen… naja.
auf jeden fall werd ich mich ab jetzt redlich bemühen mehr ausblicke zu liefern.
hoffe es klappt.

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anton und rudi

an der avenue c fühlen sich alle deutschsprachigen biertrinker wie zu hause. dort geht man “zum schneider”. schon beim reingehen glaub man sich wie in einem münchener bierlokal zu befinden. es ist schon sehr eigenartig zu bemerken, wie ein bisschen einrichtung das gefühl eines vollständigen ortswechsels hervorruft. vielleicht haben dazu aber auch die zahlreichen deuschen stimmen beigetragen.
zum trinken gibt’s jever (schmeckt ja furchtbar…) und kölsch. eigentlich mehr, aber ich hab ja nicht alles probiert.
um noch kurz den titel des postings zu erklären: hier wird genau die musik gespielt, die mir auch in österreich schon nicht gefallen hat: anton aus tirol, irgendein lied über rudi völler, der kanzler, der noch eine flasche bier holen soll, wolfgang petri,… (heimwehkranke deutsche sind schon eigenartig…)
alles in allem: eine deutsche bierkneipe wie aus dem bilderbuch. für jemand, der das mag.

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