October 2004

auf ewig diner

nach einem anstrengenden samstag oder nach einem miesen yankeesspiel zieht es juliane und mich automatisch ins diner. ein besonders nettes findet man 86th and lex. entweder wir frühstücken um 3 uhr oder essen um 2 uhr (weils zu früh für frühstücken ist) einen cheeseburger deluxe. (wer kann da dann noch schlafen????)
so ein burger ist ja ab und zu wirklich gut. ich geh ja nicht zu mcdonalds (war noch nie in einem hier in nyc). denn so ein burger schmeckt ja nur wirklich gut in einem echten diner. mit den gepolsterten bänken und den hockern neben der bar. (bitte jetzt alle schnell die augen schließen und an pulp fiction denken…. so ist das!) die kellner haben immer schürzen umgebunden und stecken sich den bleistift hinters ohr. durch eine kleine öffnung hinter der theke sieht man den koch werkeln. burger umdrehen, tonnen von eier aufschlagen und alle in die pfanne hauen.
was müde fortgeher dann sehr spät (oder früh) auch freut: ein frühstück mit eiern, schinken, homefries (gröstete erdäpfel, um es mal auf steirisch zu sagen) und einem getoasteten bagel……
jetzt muss ich aber ins büro. wir haben heute eine bbq-party. (hab ja wie immer glück mit meinem arbeitsplatz)

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goooo yankeees!!!!!

hat leider alles nichts genützt. in der legendären best-of-7-serie haben die new york yankees mittwoch abend gegen die boston red sox verloren. und das, nachdem sie schon 3:1 geführt haben. bin ja hier zum baseball-fan mutiert. es bleibt einem auch nichts anderes übrig, denn die letzten zwei wochen war fast jeden abend ein baseball-spiel. und wenn die yankees gegen erzrivalen red sox spielen, kennen die new yorker kein halten mehr. eine barbesitzer ohne fernseher oder videobeamer hat schon verloren.
was passiert nun bei so einem spiel wie mittwoch? manchmal kommt mir vor: gar nichts. die amerikaner lieben es ganz viele kleine resultate, zwischenstände, zeiten, geschwindigkeiten, namen, sponsorenlogos, etc. etc. am oberen rand des bildschirms klein zusammenzufutzeln. witzigerweise war der spielstand (zumindest das, was so aussah) eine stunde lang 4:0. obwohl boston-johnny-damon (der so aussieht wie der bruder von al aus hör mal wer da hämmert) einen homerun fabriziert hat. ja und die yankees haben versagt. kein verlass auf derek jeter, alex rodriguez, miguel cairo und mariano rivera. sind die einzigen spieler, die ich mir bis jetzt gemerkt habe.
ein homerun (also eine rund über alle vier bases) ist schon ein highlight. der großteil der zeit geht für probeschwingen drauf, spucken, kaugummikauen und kapperl gleichrücken. ein phänomen in sachen kaugummikauen ist der yankees-trainer. der steckt sich die im minutentakt in den mund und sieht aus wie ein hamster.
generell: wegen der spieler muss man sich baseball nicht ansehen. die sehen ganz normal aus, nicht mal sportlich.
das spiel habe ich übrigens in unserer beliebten 1-dollar-bar gesehen. so rechte stimmung kam aber wegen dem spielverlauf nicht auf.

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geräusche

new yorker haben schon eine etwas andere einstellung zum lärm. sie ignorieren ihn. die typischen new-york-city-geräusche (verkehr, gehupe, polizei,…) nimmt man ja bald nicht mehr wahr. sie gehören zu new york dazu. jeder autofahrer beginnt hier - sobald er im wagen sitzt - mal gleich zu hupen. wenn jemand bei einer gerade rot werdenden ampel hält, wird er angehupt. und der hintermann macht dann gleich mit, und der hintere auch. dann hupen also 6,7 autos, weil eines vor ihnen bei rot stehen geblieben ist. das finde ich ja alles noch amüsant.
gerade eben aber hat jemand gleich bei mir um die ecke seinen presslufthammer eingeschaltet. um halb eins!! doch etwas ungewöhnliche zeit für solche aktivitäten.
unter den new yorker einsatzkräften sind auch sehr musikalische leute dabei. so wie mir das vorkommt, gibt es in feuerwehr- und polizeiautos sirenenknöpfe ähnlich einem klavier oder vielleicht einem mischpult. denn die sirenen klingen immer anders, aber immer laut. da hört man dann rhythmen, melodien oder eine verzweifelungs-symphonie, um die kreuzung freizudröhnen.
gerade an der ninth avenue, wo mein büro ist, fahren täglich einige dieser musikalischen einsatzwagen vorbei.
nicht zu vergessen die alarmanlagen. so mies kann die kiste gar nicht aussehen, eine alarmanlage ist sicher drinnen. und so sensibel eingestellt, dass ein jeder kleine lumpi schon den alarm auslöst.

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kommunizieren

die ersten paar tage im neuen apartment hatte ich kein internet. wenn man wie ich ganz nervös wird, wenn man seine emails mehrere stunden nicht abrufen kann, sind das höllenqualen. damals konnte ich es gar nicht erwarten zur arbeit zu gehen. normalerweise ist internet hier in nyc kein problem. überall gibt es ungesicherte wlans. nur eben im neuen apartment nicht. da war tote zone. im alten hatte ich drei wlans, die geradezu wetteiferenten mit meinem lapi in verbindung zu treten.
jetzt hab ich aber wieder internet und das leben ist wieder normal. ich kann wieder gleich nach dem aufstehen meine emails checken, mit den ersten leuten chatten, kurz telefonieren und nachschauen was ich über nacht alles so an musik “mehr geworden ist”.
ganz entspannt komm ich dann bei der arbeit an.
tagsüber hab ich dann mein webmail-fenster und seit neuestem auch ab und zu skype aktiv (aber nur zum chatten). bei den vielen photoshop-paletten fällt dieses eine fensterchen auch nicht mehr auf.
so kann ich wunderbar mit allen daheimgebliebenen transatlantisch in kontakt bleiben und mit der new yorker partie pläne fürs fortgehen schmieden!
und abends schreib ich was für den blog.
DANKE internet!

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voll im öl

ich werde mich in zukunft besonders anstrengen, irreführende titel zu verwenden.
also worum geht’s eigentlich? hab mir heute das erste mal seit fast zwei monaten einen salat mit kernöl gegönnt. das ging runter wie geschmiert. witzigerweise ist es mir aber noch nicht so besonders abgegangen. daheim war ich ja ein bekennender grüner. aber es war schon sehr gut.
beim kochen bin ich momentan etwas uninspiriert. man muss die zutaten halt doch an ganz unterschiedlichen plätzen kaufen und heimschleppen. wie toll war da doch der merkur in der schönaugasse!
heute war die große ausnahme. hendl, gebraten mit roten zwiebeln und kurz gebratenem spinat.
mein arbeitskollege hat hingegen gestern seinen ramadan-monat begonnen. also nichts essen und trinken solange die sonne nicht untergegangen ist. respekt.
ich brauche ja öfter mal was zum knabbern beim arbeiten. zwecks inspiration. cashews wirken da wunder.

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holy smoke

ja so heilig gehen sie hier nicht damit um. als raucher ist man hier nämlich eine bemitleidenswerte kreatur. in öffentlichen gebäuden, am arbeitsplatz, in restaurants und bars ist rauchen verboten. welch wonne! fortgehen ohne im gestank zu stehen, heimkommen ohne wie ein aschenbecker zu stinken. wie schön für einen leidenschaftlichen nichtraucher wie mich. anfangs ist mir das gar nicht aufgefallen. nur beim heimkommen hatte ich immer das gefühl “hier stimmt was nicht”. ja tatsächlich: ich stinke nicht nach rauch.
besonders lustig finde ich es, wenn sich die armen raucher bei kälte und regen nach draußen begeben müssen, zitternd und nass, um an ihren glimmstengeln zu ziehen. wenn man manchmal mit einer runde fortgeht, kann es sein, dass sich zeitgleich fünf leute erheben, gemeinsam die bar verlassen und draußen mal tief “durchatmen”. und wie erleichtert sie dann aussehen, wenn sie wieder reinkommen.
liebe mitlesende raucher: nichts für ungut.
sehr beliebt unter rauchern sind bars und clubs in new jersey, weil dort das rauchen erlaubt ist. hoboken - die frank-sinatra-geburtsstadt - ist so eine richtige raucher-fortgeh-stadt. werd ich mir also nicht ansehen.

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sex and the city oder das dating-prinzip

wie ich mir denken kann, warten vielleicht schon einige auf posts im “carrie”-stil. also was erlebt man so im new yorker nachtleben.
gleich vorweg: hier wird prinzipiell “reingebraten” was das zeug hält. daten ist die liebste beschäftigung hier. normal weggehen gibt’s nicht, denn new yorker scheinen immer auf der suche zu sein. es ist sogar ein buch im umlauf mit dem titel “the rules - time-tested secrets for capturing the heart of mr. right”. unglaublich was da drinnen steht. eine regel besagt auch, dass jede frau die existenz und den besitz dieses buches verleugnen soll. sekte????
nun gut. es wird eben viel geflirtet.
geneigte sex and the city seher werden auch das prinzip des speed-datens kennen. hier sitzt man jeweils 8 minuten einer unbekannten person gegenüber und versucht abzuchecken, ob da was passen könnte, dann wird weitergerückt. ich hab das noch nie gemacht.
ungefähr läuft das ganze daten so ab. man lernt irgendwo, irgendwie, irgendwen kennen. dann werden schnell mal die telefonnummern ausgetauscht. es folgt eine spezielle - mir noch etwas unklare - taktik, wann mann oder frau denn nun mann oder frau anruft. dann gibt’s eben besagtes date. dabei wird das gegenüber gründlich durchleuchtet und dann geht’s eben weiter oder auch nicht. und das machen sie so lange bis es endlich funktioniert. (hab ich gehört)
gestern war ich mit juliane in einem lokal mit mehrheitlich jungem publikum (ca. 18-22, aber eigentlich darf man doch erst mit 21 trinken, oder wie war das?). war sehr amüsant. ist es in österreich ganz normal in großen runden fortzugehen und einfach nur “gesellig” spaß zu haben, befindet man sich hier meistens in einer einzigen großen abschleppzone. die mädels waren durchwegs so richtige “schnallen” und die jungs so justin-timberlake-verschnitte.
aber was hatten wir spaß dort beim “leut-schauen”!
was nicht einfach ist, ist mit einem mann “kumpelhaft” fortzugehen. das verstehen sie irgendwie nicht ganz.
auf jeden fall werde ich weiter beobachtungen anstellen und die liebestollen new yorker unter die lupe nehmen.

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vas

mein eigentlicher vorgesetzter ist jeremy. er ist executive producer, was in österreich mit einem projektmanager gleichzusetzen wäre. mit ihm bin ich schon mal auf der gleichen wellenlänge, was das arbeiten sehr angenehm macht. die oberste designinstanz ist aber art director vas sloutchevsky. gebürtiger russe mit einer tiefen, charismatischen stimme. ich hatte mir schon in österreich seine interviews im internet durchgelesen, um zu wissen, was mich denn so erwartet. als ich ihn zum ersten mal gesehen hab, war er dann in etwa schon so, wie ich ihn mir vorgestellt habe.
zugegeben ich habe großen respekt vor ihm, ich finde seine art über designs und konzepte zu reden unheimlich interessant und fast schon inspirierend. über sein lob freue ich mich natürlich wie ein schneekönig, vor allem da ihn immer so eine aura eines designgottes umgibt. es gibt keinen entwurf, über den er nicht “drüber” sehen will. er kommentiert alles und gibt kontruktive hinweise.
gerade weil ich die letzten jahre ja sehr viel mit usability zu tun hatte und flash und motion design eher weiter hinten standen, finde ich die arbeit hier großartig. der ganze designprozess läuft anders ab und ich genieße es, die möglichkeiten von flash auszutesten. um dinge wie style-sheets, html und browserprobleme brauche ich mir keine gedanken zu machen. nicht, dass ich es nicht mehr wichtig finde, usability-richtlinien im webdesign zu berücksichtigen, aber momentan ist es einfach unheimlich befreiend und aufregend.
für das architekturprojekt, für welches ich gerade designs mache, produziert auch vas himself etwas. bin schon mördergespannt auf den direkten vergleich.
im übrigen: falls studenten der fh auf praktikumssuche sind, ich kann www.firstbornmultimedia.com nur empfehlen! good luck!

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endlich erfolg

jetzt bin ich schon mehr als einen monat bei meiner agentur und endlich gibt’s was wirklich erfreuliches. nachdem meine bisherigen arbeiten ja alle nur für proposals (also angebote an den kunden) gedacht waren, wird nun meine erste arbeit bald online sein. projekt: eine minisite für eine fantasy-fernsehserie - earthsea. als das projekt auf den tisch kam, war ich ja nicht begeistert, dachte mir schon “oje, dieser herr-der-ringe-style liegt mir ja überhaupt nicht”, aber gleich war ich abgetaucht in eine (design)welt aus pergament, goldenen amuletten und mittelalterlichen schriften. soweit so gut. dem kunden wurden zwei designvorschläge von unserer firma gezeigt (einer von unserem hausdesigner und einer von mir) und genommen wurde meiner.
was ich sehr schön finde im amerikanischen arbeitsalltag ist, dass die leute sehr gerne lob austeilen und sich für den erfolg eines anderen freuen.
die letzten paar tage konnte ich schon beobachten bzw. mithelfen, die site zu produzieren. ab morgen ist dann wieder die architekturbüro-site dran, ein wahres monsterprojekt, aber sehr interessant.

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manhattanite?

naja ich bemüh mich redlich einer zu werden - zumindest so lange ich hier bin.
schritt 1: im central park joggen gehen. nachdem ich mir im outlet-store jetzt die passenden laufschuhe gekauft hab (ganz schicke nike, damit das auch nach was aussieht ;), bin ich heute zur ersten runde gestartet. für jemanden der sehr selten läuft (in den letzten 5 jahren vielleicht einmal - bin ja eher ein radfahrer und schwimmer (aber rad hab ich noch keines und schwimmbäder sind hier luxus), war ich gar nicht schlecht. bin rund um das jackie-kennedy-reservoir gelaufen. ist einfach fantastisch am abend. rundherum sieht man die glitzernden hochhäuser von upperwest und uppereast side. ich hoffe die motivation hält noch eine weile an.
schritt 2: yankees schauen. damit meine ich das baseball-team. die regeln kenn ich so ungefähr. naja, worum geht’s denn auch schon. einer pitcht (wirft) den ball, der andere muss ihn treffen und dann rennen. baseball ist hier nationalsport. noch vor american football hab ich mir sagen lassen. ich mag eigentlich american football lieber.
was mach ich sonst noch? ich lese die sonntagausgabe der new york times (aber alles schafft man nicht, weil die ausgabe ungefähr den umfang von “krieg und frieden” hat), ich mag bagels, kann perfekt swipen, brauche den subwayplan nur noch für queens und brooklyn.
also, was sagt man dazu?

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