November 4th, 2004

politically correct

gefunden auf orf.at am 4.11.2004

“OSZE: US-Wahlen großteils korrekt
Die am Dienstag in den USA abgehaltenen Wahlen sind nach Angaben der OSZE-Wahlbeobachter “großteils” entsprechend der Verpflichtungen der OSZE-Staaten korrekt abgelaufen. (…)
Als Problem wurden jedoch “starke Verzögerungen bei den Wahllokalen” mit bis zu vier Stunden Wartezeit genannt, die vermutlich einige Wähler abgeschreckt und deren Wahlrecht eingeschränkt hätten, da die Wahlen an einem Arbeitstag stattfanden.
(…)”provisional ballots” (provisorische Stimmabgabe), teilweise hätten sich auch die Wahlhelfer selber mit den betreffenden Regelungen nicht ausgekannt….”

korrekt ist genau das wort, das mir auch dazu einfaellt…

welcher arme schlucker mit 3 jobs kann es sich leisten vier stunden anzustehen? der verliert seine arbeit. einige stimmen werden einfach verloren. beeinflussung der waehler bis zur urne. apropos urne. heuer haben sie das erste mal touchscreens ausprobiert. und 1100 probleme wurden protokolliert…
tolles statement der osze.

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verwählt

nun haben sie ihn also für weitere vier jahre am hals. da kann man nur mehr den kopf schütteln. wie so ein ergebnis zustande kommt, kann man nachvollziehen. es sind viele wahlberechtigt, aber nicht alle können wählen. entweder sind die wahlmaschinen kaputt oder das wahllokal schließt pünktlich um 9 uhr, auch wenn noch eine ganze schlange von wählern draußen steht und wartet. das spart natürlich weiteres herumzählen, was ja bekanntlich eine schwäche der amerikaner ist. in welchen bezirken das passiert, kann man sich vorstellen. manche stimmen werden auch einfach verloren oder sind nur provisorisch (die werden wahrscheinlich ausgezählt und nur dann anerkannt, wenn sie für bush sind - ok mutmaßung, aber vorstellen kann ich mir das!).
unter den new yorker regen sich wenige über den ausgang der wahl aus. es ist schon wieder alles “business as usual”. falls sich jetzt viele von euch fragen, wie man nur so blöd sein kann (nach all der vorkommnisse) wieder bush zu wählen: die amerikaner (achtung verallgemeinerung! also die breite masse zumindest) ist ganz sicher blöd genug.
das bildungsniveau ist niedrig (die normale college-ausbildung kann als bessere matura bezeichnet werden), öffentliche schulen sind eine katastrophe, die medien eine einzige gehirnwäscherei und die kluft zwischen arm und reich ist größer als je zuvor.
die frage bleibt natürlich: was wäre denn wirklich anders geworden unter kerry? noch am wahltag (da wird keine zeit vergeudet) sprechen sie schon vom zukünftigen ersten schwarzen präsidenten der usa. barack obama (www.obamaforillinois.com), der neuer senator für illinois ist. eine lichtgestalt quasi, aber zuerst müssen sie eben bush überleben.
und jeden tag erlebt man mehr dinge, die man einfach nicht glauben kann.
alle die jetzt sagen: “das hab ich doch schon immer gewusst!” was ihr auch immer wisst, es ist noch 10mal schlimmer…
warum ich dann da bin? new york ist nicht amerika. es gibt hier viele interessante menschen und gründe genug noch eine weile zu bleiben.
genug der verallgemeinerungen, aber nach diesem wahltag kommt einem so manches hoch…..

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