December 2004

mein neuer roommate

eigentlich wohnen wir zu dritt. diese woche bin ich aber allein in der wohnung. reingard sonnt sich in der karibik und bettina ist daheim in österreich. leider kann ich ja nirgends hinfahren, da ich nicht frei bekommen habe. ganz so alleine bin ich aber auch nicht. wenn ich da so ganz ruhig im wohnzimmer sitze und am computer arbeite, traut sich auch mein neuer roommate rudi raus. ja, eine maus. aber eine nette. so wie es aussieht wohnt rudi unter dem herd und geht allabendlich einmal zum kühlschrank rüber. keine ahnung, was er dort macht. weil rein in den kühlschrank kann er ja nicht. vielleicht ist es dort einfach warm.
da er keine miete zahlt, müssen wir ihn natürlich los werden. aber wie? töten? den kleinen. er tut ja nichts. am liebsten wäre mir so eine falle, wo er am leben bleibt, aber was tu ich dann mit ihm? aussetzen? im park? da erfriert er, wenn er pech hat.
aber wahrscheinlich ist er viel zu schlau, um in die falle zu tappen - a mouse with attitude….

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der 24.

weihnachten. das erste mal nicht daheim. eigenartiges gefühl. eigenartig war aber schon der ganze advent, denn ich war nie in richtiger weihnachtsstimmung. und was hab ich vorher alles gehört. new york im advent… tralala. naja, als ich habe das nicht so überwältigend gefunden. ich war bei macy’s (anstrengend) und in der fifth avenue (also die herrengasse hab ich toller in erinnerung) und es war abwechselnd eiskalt und mild. soviel zum advent.
die amerikaner feiern weihnachten eigentlich am morgen des 25. ich feier aber - wie daheim - am 24. habe juliane, shawn und sabine (auch ein oesi-praktikant) eingeladen. und wir tun, was ich schon daheim am liebsten zu weihnachten mache: kochen, dinieren, bescherung, spiele, filme und dann total zerstört am sofa einschlafen. richtig relaxt eben.
schnee gibt es nicht wirklich. dafür es ist etwas zu warm.
alles in allem schöne weihnachten. aber eben nicht wie daheim… ich vermisse meine familie und freunde schon sehr. aber weihnachten ist ja nur ein wochenende. am montag hat mich die arbeit schon wieder.

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frohe weihnachten - das dilemma mit der karte

eigentlich will ich ja heuer mit richtig tollen weihnachtsgrüßen glänzen. am besten irgendwas interaktives, auf jeden fall etwas new-york-maessiges und ganz aussergewoehnliches.
und dann kommt die idee. ich mache eine lebende weihnachtskarte. einen videoclip. ich habe ja jetzt eine videokamera. zum filmen suche ich mir den bis dato kaeltesten tag meines nyc-daseins aus: minus 10 grad.
gut, gefilmt ist es und gefroren hab ich, aber nun muss das ganze ja noch geschnitten und “cool” gemacht werden. ohh, und mir rennt die zeit davon. shopping, monday night football, weihnachtsparties, alles kommt mir dazwischen. und morgen ist es schon soweit.
dieses ewige zeitproblem hier. wenn mit steigendem alter die zeit gefuehlsmaessig schneller vergeht, rate ich keiner oma und keinem opa nach nyc zu kommen.
auf jeden fall: es gibt nun keine lebende karte fuer euch. tut mir leid. stattdessen gibt es das, was ich eh noch am ehesten kann. einen blog-eintrag. also hiermit:

FROHE WEIHNACHTEN IHR LIEBEN!
UND EIN GUTES NEUES JAHR.

Verena

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especially for linda - spesiell for linda

so, back in cold, cold norway? here is something for you: your very own blog-entry from verena. i usually write in german, but for my english-speaking fan ;) i make an exception.
here on the upper east side everything is going the same old way. we have shawn and his sanitizers, a busy juliane, who is hopefully done with her finals, mo’s bar, but we concede ourselves a break this wednesday, our diner (a break too),…
it was norway-like cold on monday (minus 10), but today we are back in the naples degree of latitude. plus 10.
this week has so far been though. but i survived the christmas-shopping, crowds of insane shopaholics, freezing-to-death-temperatures and now i await eagerly this super-long holiday-weekend (fri, sat, sun!) to begin…
and last but not least: i had a successful talk with my boss. hope to see you back on the east side in may or june…

happy holidays, a merry christmas and a successful new year!
OG GLAD JUL!
verena.

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vollblut-shopper

juliane und shawn haben besuch aus deutschland. eva und chris. was macht man als tourist hier? sightseeing und shopping. bei dem dollarkurs wäre nicht-shoppen ja schon eine sünde. wir sind ja alle schon seit august hier und wissen auch das eine oder andere schnäppchen geschäft. aber was sind wir schon gegen vollblut-shopper wie eva und chris? die schleppen da die tollsten sachen an und muessen schon (wie obligatorisch fuer touristen) noch schnell einen zusatzkoffer zum heimfliegen kaufen.
zum einkaufen komme ich nur alle heilige zeiten (weihnachten ist so eine heilige zeit) und wo man was superguenstig kriegt… ja, keine ahnung. ist das nicht unglaublich. da wohnt man in einem shopping-paradies, aber kriegt nichts mit.
die ganze zeit geht ja mit arbeiten und abendprogramm drauf.
liebe eva, lieber chris! solltet ihr das zufaellig lesen. bitte schickt mir doch auf rena5@gmx.at alle shoppingtipps, die ihr so parat habt. das naechste mal koche ich dann auch was!

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h&m hat keine chance

heute ist es kalt. und dabei war es gestern noch kühl. minus 10 grad also. ich gehe total selten einkaufen. da denk ich mir: geh doch shoppen, bei den angenehmen temperaturen. und nebenbei will ich noch weihnachtsstimmungen mit der videokamera einfangen. in der arbeit läuft alles gut, ich bin bester stimmung. auf zum rockefeller center. den christbaum einmal anzoomen. weiter.
erste station: h&m. wenn sich jetzt leute fragen, wieso kauft die bei h&m, wo doch die ganzen marken hier so billig sind. stimmt, aber h&m ist halt auch billig und das bin ich von zu hause schon gewohnt. ganz durchgefroren geh ich rein. aber was ist los? drinnen ist es gleich kalt wie draußen, weil sie diese schiebetüren offenlassen. die ganze untere etage ist menschenleer. nur oben (man merke (warme luft will nach oben) tummeln sich die menschen. ich finde leider nur eine haube (das ist eine mütze, liebe juliane!) und eine bluse. das mit h&m ist bei mir so eine art hassliebe. meistens finde ich gar nichts. viele sachen sind ja für farbenblinde und abgemagerte 14-jährige. nur ein paar basics gehen so an und zu mit mir mit.
zweite station: gap. ich liebe gap! hab ich das schon mal erwähnt? ich gehe rein und hinter mir geht die tür zu. wärme. und die musik ist auch viel besser. die verkäufer sind viel netter. von den plakatwänden lacht mir carrie zu. es schießen gleich alle glückshormone aus und ich werde superfröhlich und ausgelassen. “hyper” heißt das hier. ja und die preise sind viel teurer. aber es ist sale! ich kann beim einkaufen ganz schnell sein. zwei hosen, ein pullover. passt schon. und das alles in 20 minuten.
danke, gap!
und hier noch kurz der wetterbericht von heute und morgen:

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in der österreicher-kommune - brooklyn party night

samstag beginnt erst zu mittag. ein bisschen was am computer werkeln und schon ist es abend. ich gehe mit meinen roommates auf eine weihnachtsparty in brooklyn. veranstaltet von zwei oesterreichischen lehrerkollegen von bettina und reini.
die wohnung gleicht einem hexenkessel ;) dank gluehwein und gulasch am herd ist es naemlich ziemlich warm und rotweinduft liegt in der luft. es sind viele oesterreichische lehrer da, die ueber ihr lieblingsthema reden: die schule oder sagen wir eher “horror high”.
was die einem erzaehlen ist immer wieder erstaunlich und vor allem amuesant (und ich hoere viel von meinen beiden lehrerinnen-roommates). in gedanken plane ich schon eine dokumentation. titel eben “horror high”. aussehen soll das wie blairwitch project. die lehrer (ganz verzweifelt) sprechen direkt in die kamera. aber ich werde sie dafuer nicht in den wald jagen (ist wohl nicht noetig ;) auf jeden fall lerne ich eine menge netter leute kennen. und oesterreichisch reden ist toll. (juliane und silvana verstehen mich ja nicht. die kennen weder “haube”, noch “es geht sich nicht aus” und “schiach” schon gar nicht.)
nach dieser party geht’s weiter zu einer house-warming-party in die unendlichen tiefen von brooklyn. brooklyn ist riesengross und ich kenn mich hier ueberhaupt nicht aus.
als wir zur party kommen, ist die stimmung schon am abflauen, aber wir bringen frische energie. die haben in diesem 2-familienhaus soviel platz, dass sie sogar einen eigenen raum fuer ihre minibar haben. ich hab nicht mal eine minibar. wuesste auch gar nicht, wo ich die hintun soll.
bis wir es mit der subway endlich nach hause geschafft haben, ist es spaet. und der sonntag beginnt wieder zu mittag.

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nicky hilton

endlich wochenende. ich beschließe reingard und silvana williamsburg zu zeigen. williamsburg ist ganz im westen von brooklyn, direkt am east river. vor 10 jahren haben es sich hier die künstler (bei billigen mieten) gemütlich gemacht. aber dann hat wie schon zuvor in soho oder tribeca die gentrifizierung zugeschlagen: die mieten stiegen und es wohnten auf einmal nur mehr anwälte und manager da. williamsburg zum fortgehen ist toll (zum leben könnte ich mir das wahrscheinlich nicht leisten, ist min. genauso teuer wie manche teile von manhattan).
wir starten im anytime. wir sind ja mittlerweile spezialisten im herausfinden von happy hours. an alle, denen bei diesen zeilen ganz anders wird…. wir betrinken uns nicht sinnlos, sondern sparen geld. geld, dass wir spaeter heute noch ausgeben.
als nächstes: brooklyn brewery. die amerikaner haben nicht so gutes bier. das von der brooklyn brewery ist aber ganz ok. direkt bei der brauerei haben sie jeden freitag und samstag ausschank. wir probieren auch ein chocolate bier. das schmeckt wie dunkles bier mit bitterschokolade. hmm. sehr schwer.
luba ruft an. eigentlich sollte ich mit ihr noch auf eine party gehen. aber sie meint die party ist nicht so toll und wir sollen uns doch lieber in der bar vom mercer hotel treffen. das mercer hotel ist so ein in-hotel für promis aller art. und promi-schauen find ich gut, weil ich bin ja auch “gala”-leserin (das pendant hier ist US) gut. wir treffen uns mit luba, ihrem freund ari und noch einigen leuten im mercer. reingard und ich gönnen uns einen white chocolate martini, der 11 dollar kostet. aber das geld haben wir ja vorher schon gespart. die promis lassen auf sich warten, aber die stimmung ist gut. endlich. ari hat nicky hilton gesichtet. wer ist nicky hilton? die kleine schwester von paris hilton. wer ist paris hilton? bitte in der gala nachlesen. ich sehe sie nicht, deshalb ist das jetzt auch nur halb so interessant.
damit die geschichte trotzdem einen sinn ergibt. der küchenchef des mercer ist jean georges vongerichten. auch so ein superstar. und das menu liest sich gut. also werden wir da bald mal hingehen. und wahrscheinlich sitzt dann am nebentisch jude law.

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ich bin nicht allein

gelesen auf www.derstandard.at:
“Tatsächlich regte der MP3-Player (ipod) manche Besitzer bereits zu den sonderbarsten Spekulationen an. In den neuen Modellen ist eine Shuffle-Funktion einprogrammiert, eine zufällige Reihung beim Abspielen der Nummern. Amerikanische Nutzer beschäftigen sich bereits mit der Auswirkung dieser Zufalls-Hitliste auf ihre Stimmung, mehr noch: mit der umgekehrten Wirkung - von der sie überzeugt sind - ihres Gemütszustandes auf das Shuffling. “Wie konnte mein iPod wissen”, fragt eine New Yorkerin aufgeregt, “dass ich gerade in diesem Moment genau diesen Song brauchte!?” Da müsse Magie im Spiel sein.”
oh ja, das kenne ich!

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waschgang

laundromat - der waschsalon. viele von euch kennen das ja aus filmen. entweder hat man in seinem apartment-haus im keller waschmaschine und trockner oder man muss zum laundromat gehen. meiner ist glücklicherweise vor meiner haustüre.
wie funktioniert das also. zu allererst kauft man unter garantie das falsche waschmittel im supermarkt. aber das weiß man ja noch nicht. beim ersten mal waschen kennt man sich überhaupt nicht aus und fragt die netten chinesischen angestellten um hilfe. die können aber nicht englisch. irgendwie erklären sie es trotzdem.
gut. die wäsche sortiert man in weiß und bunt. jeweils eine maschine. dann sind da mehrere tolle möglichkeiten zum einstellen der waschmaschine: kalt - warm - heiß. es kann getrost immer heiß genommen werden. der waschgang dauert gerade einmal 30 minuten. da wird das wasser ja nicht mal warm, wie also heiß? wie sauber die wäsche wird, kann man sich denken. die enttäuschung beim ersten mal waschen ist groß. “das ist ja gar nicht sauber!”
roommates um rat gefragt. “du brauchst bleach! das ist ganz aggressiv, sonst wird das nie sauber!” ok. dann hab ich bleach gekauft. aber anscheinend wieder das falsche. weil so super sauber ist das jetzt auch nicht. (das nächste mal kauf ich das mit dem totenkopf drauf). ist das nicht wahnsinn? wenn die gescheite waschprogramme hätten, bräuchte man nicht so ein mörder-waschmittel reingeben. die farben sind sowieso schon alle heraußen und das gewebe wird immer dünner.
während des waschgangs kann ich wieder ins apartment rauf und was sinnvolles machen. bin also nicht einer dieser typischen laudromat-herumsitzer. mittlerweile hab ich das mit dem waschen schon ganz gut heraußen. die trockner zu verwenden, habe ich mir schon abgewöhnt. da wird dann alles so ausgeleiert und lumpig.
lieber maexx: ob in den waschmaschinen die lieblingsdecke von nachbars lumpi gewaschen wird? ich hoffe nicht. hab noch nie sowas gesehen. man will aber auch gar nicht daran denken, dass da alle möglichen menschen ihre wäsche in der gleichen waschmaschine waschen wie ich. deshalb hau ich jetzt auch immer die doppelte menge bleach rein. das tötet alles ab.

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