December 2004

sanitizer - der keimfreie burger…

nyc ist schmutzig, aber man gewöhnt sich daran. würde ich jetzt so jack-nicholson-besser-geht’s-nicht-mässig zum nachdenken anfangen, welche bakterien und keime ich alle in mein apartment schleppe oder gar auf meinen fingern habe, wenn ich meine cashewnüsse esse, oohh..!
also, hurra wir leben noch. vielleicht auch deshalb, weil uns shawn immer mit sanitizer versorgt. das ist ein transparentes gel (kriegt man in kleinen fläschchen) und das verreibt man in den händen und tötet alle bakterien und keime. sie sind also noch immer da, aber eben tot. kann mir das ganze jetzt nicht bildhaft vorstellen (biologie war immer meine schwachstelle), aber es beruhigt doch ungemein zu wissen, dass man jetzt seinen burger so richtig in die hand nehmen kann und keine sorgen wegen keimen haben muss. (in die diner-küche schauen wir mal nicht hinein…..)

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gouvernatress

schon eigenartig. da muss ich nach nyc fahren um meine frau landeshauptmann persönlich zu treffen. zugegeben ich bin ja ein großer waltraud-fan. die landesmama - unsere frau gouvernor oder doch gouvernatress, wo aus der steiermark ja auch gouvernators kommen? heute ist sie jedenfalls im austrian cultural forum bei der eröffnung von günther domenigs ausstellung. für alle nicht-österreichereier und nicht architektur-fans: ein ziemlich wichtiger architekt.
die eröffnung ist echt nett. wieder mal die kleinen schnitzerl. frido hütter von der kleinen zeitung ist da (bringt mir eine echte 100-jahr-ausgabe der kleinen zeitung mit) und allerhand andere leute. es scheint alles ein großes austauschen von visitenkarten zu sein. anscheinend muss ich mir jetzt echt welche machen lassen mit ny-adresse und -nummer.
sehr unterhaltsam finde ich die doppelconference von christoph thun-hohenstein und guenther domenig. domenig, ein architekt und bilderbuchkünstler (eitel, kompliziert,…) macht ein paar kritische und ein paar nette aussagen zum bau des austrian cultural forums. thun-hohenstein, der kurator, übersetzt alles in ein blumigeres englisch. da alle zuhörer deutsch und englisch verstehen - ein großer spaß.

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ein eintrag der selbstgerichtigkeit

alles was ich hier schreibe ist die wahrheit, manchmal etwas unterhaltsamer formuliert, aber es stimmt alles. deshalb gibt es hier auch einmal einen nicht so fröhlichen eintrag.
stichwort: kojak. ich habe die letzten tage wirklich viel gearbeitet. entwürfe für die website zur fernsehserie kojak. abends war ich immer so ko, dass ich zu nichts mehr fähig war. firstborn präsentiert 3 entwürfe: vas’, matts und meinen. und ich finde meinen wirklich gut. den von vas finde ich auch gut. aber er ist schließlich der artdirector. der von matt ist mir zu einfach und simpel, schlicht gesagt langweilig und 08/15. es tut meinem designer-ego natürlich sehr gut, dass es alle meine entwürfe bis jetzt auch bis vor die augen der kunden geschafft haben und einer sogar verwirklicht wurde - earthsea.
die präsentation ist am nachmittag. ich rechne damit, dass entweder vas oder ich genommen werden (hört sich jetzt eingebildet an, aber selbstvertrauen züchten, lernt man hier als erstes). aber was passiert? sie nehmen matts entwurf. hä?
nun ja, jeremy meint, dass hätte er sich schon gedacht, weil die eben ein design haben wollen, welches ihrer plakatlinie 1:1 entspricht. ok, da war ich vielleicht nicht so dicht dran. und darin liegt der fehler.
so gut man seine sache auch macht, man sollte zuerst dran denken, was für eine art von kunde das ist. und man sollte sich auch vor augen halten, dass so mancher kunde von design nicht viel versteht und nur marketing im kopf hat. sowas war ich bis jetzt nicht gewohnt. die enttäuschung ist ehrlich gesagt groß. gegen einen guten entwurf von vas “verliere” ich gerne, aber nicht gegen einen nicht so guten von matt.

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endlich weihnachtsstimmung

in nyc ist es gerade recht warm. für das was ich im dezember eben gewohnt bin. gestern hatte es so 13 grad und heute etwas weniger. weihnachtsstimmung kam da bis jetzt keine auf. auch nicht, als ich drei filzstrümpfe mit unseren namen (bettina - reingard - verena) im wohnzimmer aufgehängt habe. amerikaner stecken ihre geschenke ja in solche strümpfe. naja, was soll denn da bitte platz haben? ist aber vielleicht ideal für den typ “gutschein-schenker”.
dass es doch noch advent wird in der 97. strasse, dafür sorgt meine mama. habe gerade mein packerl ausgepackt und drinnen ist meine lieblings-mehlspeise. DANKE!! abholen musste ich das packerl (weil es so groß war) bei meinem postamt. das liegt mitten in east harlem an der 110. strasse. dort oben sieht es gleich etwas anders aus als bei mir, obwohl es zu fuß nur 15 minuten sind. das postamt von draußen: unscheinbar - und von drinnen: sieht aus wie einer dieser gefängnisgesprächsräume im film, wo sich immer diejenigen typen mit dem gefangenen treffen, die ihn eigentlich verpfiffen haben. wo man auch hinsieht: 5 zentimeter kugelsicheres glas. naja. ich stecke meinen pass und meinen abholschein durch einen schlitz. nach einer ganzen weile bringt der beamte mein packerl und stell es in einen glasschrank, den man von beiden seiten aufmachen kann, aber nie von beiden seiten zur gleichen zeit (sicherheit, man bedenke!) mein packerl sieht da drinnen ungefähr so aus wie das dinosaurierei im labor von jurassic park.
fotografieren habe ich mich dann gar nicht mehr getraut…
auf jeden fall freu ich mich schon auf weihnachten.

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büro, büro

neues von der arbeit. hier ein kurzer bericht, was sich bei mir so tut.
zuallererst: es gefällt mir noch immer total gut in der firma. die kollegen sind nett und ich habe interessante projekte. bin nun schon ganz normaler designer, arbeite mit den programmierern zusammen, betreue meine eigenen projekte und bin bei besprechungen dabei.
1) earthsea. die mini-website zur dieser science fiction serie. nachdem der kunde die erste website gekauft hat, haben wir auch noch den auftrag für eine zweite bekommen. was leider beim programmieren der website deutlich wurde: aufgrund der vielen aufwändigen grafiken, mussten wir mit der bildqualität runtergehen. trotzdem, hier das ergebnis: website 1 und website 2 diese websites waren (designmäßig) meine projekte. zum programmieren hab ich gottseidank wen.
2) kpf. die riesengroße architekturfirma. mit diesen entwürfen habe ich mich wochenlang herumgespielt und alle höhen und tiefen des designeralltags mitgemacht. bis jetzt wissen wir noch immer nicht welche designdirection sie wirklich haben wollen. laut jeremy entscheiden sie sich zwischen vas und mir. ich denke aber, dass da vas die besseren entwürfe gemacht hat. aber sehen wir mal.
3) kojak. lutscher? telly savalas? ganz genau. es gibt ein remake der serie und der neue kojak ist ving rhames. firstborn macht die website zur serie. finde meine sachen bis jetzt ganz gut. aber die konkurrenz firmenintern ist diesmal sehr groß.
4) grey goose. der premium wodka. musste in letzter sekunde hier auch noch schnell was zaubern. der kunde ist wieder kompliziert. sie wollen eine kombination aus meinen und vas’ entwurf. und je nachdem, was bei kojak rauskommt, muss ich daran weiterarbeiten oder eben an der kpf-architektur-site.
wahrscheinlich könnt ihr euch jetzt so gar nicht vorstellen, was ich da jetzt eigentlich mache. bei gelegenheit poste ich einmal ein paar bilder, aber die meisten projekte sind eben noch unter verschluss. grundsätzlich sitze ich aber den ganzen tag vor meinem lieblingsprogramm photoshop und mache layouts für websiten, überlege mir navigationen, animationen und effekte, die dann in manchen fällen in zusammenarbeit mit unseren flash-programmieren umgesetzt werden.
das wär’s eigentlich.

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ich, der lärmbelästiger…

heute ist post gekommen. von unserem hausmanagement. unsere nachbarn haben sich schon mehrmals über lärm aus unserem apartment beschwert. lärm? das ist eigentlich ein witz, denn so leise wie hier (damit meine ich unsere geräusche und nicht die von straße, den anderen hausbewohnern und den feuerwehr- und polizeisirenen-djs) habe ich noch nicht gewohnt. erstens bin ich von 8.30 bis 19 uhr nie zu hause und zweitens hören wir nie laut musik oder sehen fern und der bär steppt momentan auch nicht. und abends ist es auch leise, weil meine zwei lehrerinnen ja früh raus müssen. wenn ich lärme, dann eben außer haus.
unsere vermutung: ich bins. weil ich nämlich in der wohnung am liebsten barfuß herumlaufe und das macht mehr “lärm” als wenn ich zb mit hausschuhen herumgehe. jetzt besorge ich mir eben hausschuhe und belästige nicht weiter.
ich bin da ja nicht so einfach aus der ruhe zu bringen. und ich höre von oben alles durch: sogar wenn sie den lichtschalter oben umdrehen und wenn sie herumgehen sowieso.
werde morgen mal bei meinen unteren nachbarn anklopfen (aber ganz leise ;) und fragen, ob sie ein red bull für mich haben.

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warum bloggen

ich versuche möglichst viel zu schreiben. aber dazu muss man auch etwas erleben. das ist gar nicht so einfach. sicher new york city. aber es passiert ja nicht jeden tag was ganz automatisch. und so hat man dauernd das gefühl, noch schnell was erleben zu müssen. und wenn der tag vorbei ist ganz ohne aufregung, stimmt dann was nicht?
momentan bin ich total erschöpft. weniger weil so viel aufregendes passiert, sondern weil ich vielmehr ganz verbissen die aufregung suche oder auf sie warte. ganz schön eigenartig, oder?
auf jeden fall schreibe ich die blogbeiträge für mich (als eine art tagebuch) und für euch, damit ihr wisst, wie es mir hier so geht und aus bequemlichkeit, weil ich nicht für jedes “hallo-wie-geht’s-email” eine ellenlange antwort schreiben muss (mir rennt ja hier die zeit davon).
meistens fällt mir das thema für den nächsten eintrag in der subway ein. oder beim arbeiten. oder beim burgeressen. dann formen sich schon die ersten sätze im kopf. dann wird getüftelt und gebastelt und der halbe eintrag steht schon. dummerweise hab ich immer schon die hälfte vergessen, bis ich daheim vor dem computer sitze. im kopf schreibt es sich ja viel leichter. ich sehe da die geschichte schon vor mir und füge nur mehr ein paar kleinigkeiten dazu.
das schreiben selbst ist ja schon zu einer kleinen sucht geworden. auch weil ich so nettes feedback bekomme. anscheinend gibt’s es ja doch einige leser. an dieser stelle: liebe leser, ich lese auch gerne. bitte schreibt mir doch auch öfter kommentare!

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hauszustellung

es gibt dinge, die man vermisst. ordentliches brot zum beispiel. aber auch meine tägliche kleine zeitung. ich kann sie zwar online lesen und das ist auch eine tolle sache, aber manchmal hätte ich sie eben gerne in “echt”. aufgepasst: hier kommt meine erste kleine zeitung in nyc:

wie man sieht, hat man sich bei der hauszustellung alle mühe gegeben. nun ja, eigentlich war die zeitung polstermaterial in reingards weihnachtspaket von zu hause, aber voller freude haben wir daraus gleich eine zeitung gemacht. und nur eine woche alt! nichts ist so alt wie die zeitung von gestern, aber hier genießen wir die ausnahme.
liebe grüße an das team der kleinen zeitung!

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verhinderte kultur und golddigger

nachdem uns gestern abend (freitag) ja kulturmäßig so übel mitgespielt wurde (im wahrsten sinne des wortes) versuchen wir heute abend noch einen anlauf: theater im east village. natürlich wieder was tragisches, denn humorvoll ist anscheinend nicht künst-lich genug. die wahre tragödie spielt sich aber schon vor beginn ab. wir kriegen unsere versprochenen gratistickets nicht. nachdem ich mir unsere co-theaterbesucher beim eingang so anschaue, bin ich fast froh. die sehen alle nach liebhabern schwerer kost aus.
mein alternativ-vorschlag: williamsburg, brooklyn. ich liebe williamsburg. da gibt es richtig tolle bars mit platz, die getränke sind billiger, die häuser nicht so hoch (ich bin schon etwas großstadtkrank ;) und die leute finde ich auch nett. nachdem wir gar nicht mehr weiter weggehen wollen (so wie schon öfter) finden wir uns nun doch recht bald in einem club (strata) in manhattan wieder. aber diesmal ist es ein eigenartiger club. das publikum besteht aus auffällig vielen “fülligen” menschen. zufall? und wer nicht füllig ist, fällt in die kategorie “golddigger” oder “ziel der golddigger”. golddigger sind meistens mädels, die speziell nur an reichen (oder sagen wir mal reich aussehenden) männern interessiert sind. das ganze zu beobachten ist schon wieder sehr amüsant.
was ich an der fortgeh-kultur hier auch erwähnenswert finde:
1. es gibt unheimlich viele ladies nights
2. frauen zahlen auch selten eintritt
3. männer kommen leichter bzw. günstiger in einen club, wenn sie ein date (sprich frau) mithaben
4. für die meisten amerikanischen männer ist es ehrensache die frau einzuladen
alles in allem: wir frauen führen hier also ein tolles leben….
zurück zu den golddiggern. anstrengender job kann man nur sagen…
wir verlassen das nicht so tolle strata um in unserem wohnzimmer vorbeizuschauen: mo’s bar. langsam komme ich mir vor wie bei den simpsons (moe!)
nach hause komme ich wie es sich für jemanden, der eigentlich gar nicht fortgehen wollte, gehört: spät.

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amazing savings in chinatown

eine ecke von manhattan kenne ich noch gar nicht gut. chinatown. ich begleite juliane und shawn dorthin, die noch etwas für ihr neues apartment einkaufen wollen. ja, die zwei wohnen jetzt auch an der upper east side! welcome home!!!
shawn kennt ein super günstiges geschäft für haushaltswaren. und ich muss ja meine küche etwas aufstocken.
amazing savings heißt der laden. hier gibt es alles. und sehr billig. so billig, dass man verleitet wird lauter unnötige sachen einzukaufen. mit müh und not widerstehe ich folgenden sachen: ein riesenteddybär für 10 dollar (??), weihnachtsbeleuchtung in form von rentieren, candysticks und weihnachtsmann plus schlitten (auch so je 10 dollar), ein fondueset (15 dollar - ist doch eigentlich teuer), eine chinesische pfanne (7 dollar), ein plastikschlitten (ein echter - 12 dollar), noch mehr weihnachtsbeleuchtung, fensterfarben, cashewnüsse (ok, die kaufe ich wirklich!!), ein gewürzbord.
ich kaufe nun ein backblech, ein ordentliches brettl und eine form für kuchen. juliane überrede ich fast dazu eine glitzerdiscokugel zu kaufen. naja, leider eben nur fast.
geschäfte dieser art bringen einen ja immer dazu zu denken, man spart unglaublich viel (amazing savings!) das tut man aber nur, wenn man vorher weiß, was man haben will und nach dem durchstöbern der regale kurz vor der kassa die hälfte der dinge zurücklegt. das ist nicht einfach, aber es wirkt.
voll bepackt mit tollen sachen suchen wir nach dem shoppen ein restaurant. und ich hab natürlich meinen tollen neuen führer zu hause. shawn kennt ein tolles sandwich-geschäft. nachdem wir chinatown und little italy bis nach soho durchwandern, gestehen wir uns ein, dass wir das tolle geschäft heute wohl nicht mehr finden. also wieder mal diner! upper east…

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