February 2005

welcome to the year of the rooster!

in china gehen die uhren anders. mittwoch war offiziell chinesisches neujahr, aber da hat kein new yorker zeit zum feiern, deshalb wird die grosse parade auf heute sonntag verschoben. das neue jahr steht im zeichen des hahns… soweit so gut. ich hab herausgefunden, dass ich im jahr des pferdes geboren bin. reingard ist dafür ein echter hahn.
man soll möglichst etwas rotes anziehen, weil das glück bringt. ich hab nicht viel rotes, deshalb müssen rote sneakers reichen. gegen 11 uhr machen wir uns auf richtung chinatown. dort ist immer viel los, heute aber besonders. wir sehen einige geschmückte festwägen für die parade, die in der mott street loszieht. wir schaffen es mitten im gedränge noch einen platz zu ergattern. auf einer bühne daneben gibt es männliche vanessa-mae-verschnitte, trommler, indianische tänzer, chinesische rapper, alles quer durch….
13 uhr. die parade geht los. ganz am anfang ein chinesischer drache, der - geführt von 5 maennern - zur trommelmusik tanzt. sieht toll aus. vor mir steht eine zeitlang zwar der größte chinese, den ich je gesehen hab (die sind ja meistens eher nicht so riesen), aber mit der zeit rückt der zur seite. es folgen festwägen, kleine und große drachen, männer und frauen in chinesischen traditionellen gewändern und konfettiregen. die sonne scheint wunderbar warm. ist doch irgendwie schön, neujahr einmal so zu feiern, als immer am 31. in der kälte mickrige feuerwerke zu beobachten ;) miss horse und miss rooster sind am verhungern. es ist so dichtes gedränge, dass wir zu reingards lieblingsrestaurant in chinatown nicht mal hinkommen. es ist alles gerammelt voll. wir beschließen lieber in little italy essen zu gehen. das ist ungefährt zwei mal umfallen. wir finden was nettes in der mulberry street. natürlich kriegen wir einen supertollen tisch am fenster. ich bestelle mir pollo alla bolognese. reingard pasta. da der kellner mir verkehrterweise statt gemüse nudeln als beilage bringt, kriegen wir als “entschädigung” eine “familienration” rotwein zum essen. dir kriegen wir mit müh und not ;) weg. das essen ist sehr gut. mmh. italienisch hab ich ja eh sehr selten.
nach dem essen treffe ich noch sabine und wir schauen uns soho einmal genauer an. sozusagen “hitch”-lokalaugenschein, denn ein teil des films spielt ja dort irgendwo. ich hoffe ich kann bald mehr aus soho berichten.

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from harlem to hitch

ein richtig aufregender tag. zuerst die sache mit den gates. dann harlem-spaziergang mit reingard. wir entdecken durch zufall eine tolle galerie. die galeristin ist gerade beim umbauen der exponate. sehr eindrucksvolle skulpturen aus stein und holz. einer der kunstvoll gefertigten sessel gehoert schon jay-z. hmm, die welt ist klein. und zur naechsten vernissage werden wir eingeladen. anschliessend empfiehlt sie uns noch einen netten italian pastry shop an der lenox avenue. am weg dorthin ziehen wir an schoenen, alten haeusern vorbei. in einem townhaus sind die handwerker gerade beim fertigwerden und wir duerfen uns das haus von innen ansehen. ein traum fuer nyc-verhaeltnisse. drei stockwerke, holzfussboeden, terrasse, garten,… sehr teuer, soviel steht fest. die gentrifizierung hat schon begonnen.
der pastry shop ist toll. und die preise sind in harlem wirklich noch ok. die leute sind nett und ueberhaupt, ich komm schon wieder ins schwaermen…. der heimweg ist ueber east harlem. wir waehlen einmal eine andere route - madison avenue. hier ist es schon nicht mehr so nett.
nach einer chicken-ginger-suppe (meine spezialitaet hier) daheim mache ich mich auf den weg ins kino. juliane, shawn und ich wollen unbedingt “hitch” sehen. will smith als “date-doctor” in manhattan. ein traum. alles schauplaetze, die ich kenne oder wo ich schon mal war. ich fuehl mich richtig daheim…. die geschichte ist natuerlich vorhersehbar, aber ich finde sie charmant erzaehlt. die musik ist gut und die schauspieler auch. schoen.
wenn ich noch einen weiteren film-tipp abgeben darf: million dollar baby. supergut. in englisch anschauen bitte! und definitiv nachher keine plaene haben. nach dem film ist man k.o.

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the gates - und ich als korrespondent!

heute ist wieder so ein tag, an dem ich mir vorkomme wie am nabel der welt. wohne ich doch momentan nur 1 minute von einem der groessten freiluft-kunstwerke der welt entfernt. richtig: “the gates” von christo und jeanne-claude im central park.
aber beginnen wir ganz am anfang. die kleine zeitung von zu hause fragt an, ob ich nicht eine geschichte zur eroeffnung der gates schreiben will. ja klar, sofort. ich als “korrespondent” ;) freitag am nachmittag kommt mir schon das gruebeln, was schreib ich denn da nur? ist ja schliesslich nicht so wie blog-schreiben, das lesen spaeter ja doch einige leute.
ganz aufgeregt steh ich schon um 7 uhr auf (samstag ist heute. ja!) und um 8 uhr bin ich schon im park. ausgeruestet wie ein journalist mit block, kuli und kamera. genauer arbeitsauftrag: ein ganz subjektiver erfahrungsbericht von der eroeffnung, womoeglich mit stimmen vom publikum. aha, dann werd ich mich also quer durch die menge fragen.
im park ist stellenweise die hoelle los. es sind sogar so viele leute da, dass ich gar nicht weiss, wen ich jetzt um seine meinung fragen soll. da gibt es touristen (offensichtlich), jogger, die nicht wissen, wo sie noch laufen sollen, spaziergaenger, hunde ohne ende (so viele golden retriever hab ich noch nie gesehen) und christo-mitarbeiter. und ueber allem kreisen die hubschrauber. nachdem es keine richtige eroeffnung an einem bestimmten platz im park gibt, frage ich mich, wo ich mich am besten platzieren soll. ich entscheide mich fuer “the great lawn” in der naehe vom metropolitan museum.
es ist kalt, aber die sonne kommt schon hervor. die deutschen touristen neben mir sind wenigstens so schlau und haben sich kaffee und tee mitgenommen. eben. kein echter new yorker und kein gewiefter tourist. was bin ich denn eigentlich?
8.20: ich beginne mit meiner fragerei. was die leute davon halten, ob sie hier wohnen oder extra hergefahren sind, ob sie christo moegen und tralala eben. alle sind begeistert. sind ja auch fast alle new yorker. die sind immer begeisterungsfaehig. alles ist great und awesome. sehr schoen. darueber schreibt es sich leichter als ueber negatives.
8.35: endlich. eine gruppe von christo-mitarbeitern setzt sich von deren sammelpunkt aus in bewegung. (pro 100 gates etwa (von 7500) gibt es eine gruppe, die bei einem gate nach dem anderen, den safranfarbenen stoff (nicht orange, christo besteht auf safranfarben) herunterlassen wird). bewaffnet sind sie mit einer langen stange mit einem haken drauf. der stoff ist mit einer folie auf den querbalken befestigt und mittels klettverschlussoeffnen kann man ihn “befreien”.
8.45: los geht’s. da eine ganze menge an menschen beim 1. gate steht, muessen die mitarbeiter erst mal platz schaffen. alle sind gespannt, digi-cams gezueckt, kleinkinder auf die schultern vom papa gehievt. ein ratsch und schon faellt der stoff. der wind geht dramaturgisch guenstig recht stark. das sieht super aus. die menge jubelt und applaudiert. und so geht es gate um gate. zuerst die menge zurueckschieben, dann hoffen, dass man mit dem haken gleich die schlaufe erwischt, ritsch und vorhang faellt….
eine christomitarbeitern hat ihre liebe not mit dem wind. sie hat zwar sofort die schlaufe erwischt, aber der wind ist unerbittlich und entreisst sie ihr. waehrend sie da so 10 minuten herumfischt, spricht ihr das publikum mut zu. eine richtige show. toll. bin von den gates richtiggehend begeistert. ich habe mir das gar nicht so toll vorgestellt, aber es ist so! die stoffe flattern im wind und es sieht einfach beeindruckend aus. die safran-orange-gelb-toene, die silbrig-grauen baeume und der strahlend blaue himmel.
nach dem 15. gate mache ich mich auf den nachhauseweg und zwischendurch noch ein paar befragungen der “locals”. muss schliesslich die geschichte schreiben. 3150 zeichen. na halleluja. reingard und bettina sind auch schon aufgestanden. ich habe gestern nacht noch ein bisschen was “vorgeschrieben”, aber das kann ich eigentlich alles nicht verwenden. da schreib ich nun genauso, wie man es angeblich nicht machen soll. durcheinander. einmal unten was dran, dann wieder oben einen satz reinquetschen… schlussendlich: 3168 zeichen. passt. puenktlich um 11 schick ich es per email ueber den atlantik. sehr erleichtert.
uebrigens: ich kann die gates sogar von meinem apartment aus sehen. nabel der welt! beim spaeteren spazierengehen hab ich sogar christo und jeanne-claude gesehen. die sind gerade mit ihrem maybach (das einzige sponsoring, das sie erlaubt haben) durch den park gefahren und haben ihre gates angesehen. nabel! nabel! das alles wird natuerlich nur getoppt von shawn, der zeitweise als security arbeitet. der hat bei einer pressekonferenz ein magazin mit christo-autogramm und stoffprobe abgestaubt. ich muss wohl mit der schere in den park ruebergehen… ;) hier der zeitungsartikel
zwei galerien zu den gates. I vom eröffungstag, II vom wochenende darauf.

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toby

mir ist wieder ein nettes konzert untergekommen. toby lightman. ich denke, die ist in europa ziemlich unbekannt, aber durch den itunes musicstore hab ich schon so einige entdeckungen gemacht. ganz besonders sympathisch ist mir toby ja auch deshalb, weil sie am beginn eines videos mit einem ipod herumspielt.
aber nun zum konzert. da sie fast niemand kennt, geht auch keiner mit. finde ich nun aber nicht so schlimm. ich geh direkt von der arbeit dorthin. canal room, direkt bei canal street. vorher geht sich noch ein netter einkaufsbummel in soho aus (apple store, wie hab ich dich vermisst).
vor toby tritt deena goodman auf. rockröhre sagt man wohl zu ihr. ich finde sie ganz gut. endlich auch einmal ein konzert, wo ich unter 45 minuten warte, bis es anfängt. und gleich darauf kommt toby lightman auf die bühne. klein, zierlich, blond, sehr sympathisch. die stimmung ist toll. der canal room ist ziemlich klein. denke mal, dass etwa 150-200 leute da sind. hauptsächlich mädels. um mich herum stehen so richtige girlie-cliquen. da pass ich ja super dazu.
auf jeden fall ist das konzert toll. was ich ja erwähnenswert finde: hat man früher je nach lied einmal ein feuerzeug gezückt, halten die leute jetzt permanent foto-handys und digicams in die höhe, und die leuchten dann auch alle (unvergessen ja auch das digicam-synchron-blitzlichtgewitter beim robbie-konzert (zu sehen auf der dvd)). wie ich es mir seit neuesten angewöhnt habe, gibt es für die daheimgebliebenen (gezwungener- oder gewolltermaßen) videos (ton wieder mal nicht gut).
devils and angels
everyday

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no pod

musste ja mal so kommen. ich halte es nicht mehr aus musik zu hören. eigentlich höre ich ja vom aufstehen bis zum schlafengehen fast durchgehend was. beim frühstücken, beim subwayfahren, beim arbeiten, beim subwayheimfahren und dann noch was beim bloggen.
und heute streiken zum ersten mal meine ohren. wahrscheinlich reinzüberflutung.
vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich zur zeit nicht mehr schlafen kann. oder sagen wir eher, schlafen schon, aber nicht zur richtigen zeit. ich muss um 7.30 aufstehen. das wäre ja an und für sich kein problem. leider will ich abends immer noch was arbeiten am computer und wenn ich mal die magische zeit von 0 uhr durchbrochen habe, kann ich bis 4 uhr aufbleiben, ganz ohne probleme. bin sogar supermunter.
gut. wann bin ich dann müde? am vormittag. ich war nie ein kaffeetrinker, jetzt finde ich den so ab und zu an einem harten vormittag nicht schlecht. bis mittag bin ich dann meistens wieder so richtig munter. bei der arbeit fällt das nicht so auf. als designer sitzt man ja immer ruhig und konzentriert da. ich glaube, wenn ich eine stunde schlafen würde, fällt das niemanden auf (hab ich aber noch nie gemacht ;) muss versuchen aus dieser tag-und-nacht-ungleiche wieder rauszukommen. (es ist gerade 1.13 ;)

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man muss alles einmal ausprobieren

ganz genau. darum gehe ich heute abend auf mein erstes hiphop-konzert. abend ist gut gesagt. denn das konzert fängt laut ticket um 11 uhr an. und es ist mittwoch. wer rappt für mich und reingard? mos def. das rapgenie aus brooklyn. für alle, die jetzt wieder nicht wissen, wo sie den hintun sollen: www.mosdefmusic.com
das konzert ist in b.b. kings blues club in der 42. straße. als wir aus der subway station kommen, können wir und gleich direkt in eine superlange line einreihen (geht das denn nicht mehr ohne?)
nur 45 minuten warten im nieselregen und wir sind drinnen. der club ist nicht allzu groß. zwei ebenen, mit einer bar im hinteren teil. wir haben ganz gute plätze. das publikum ist ziemlich gemischt. doch es heißt wieder warten. nochmal 45 minuten. inzwischen ist es schon fast halb eins. ich bin schon gespannt, was mich erwartet.
der bodyguard erscheint als erstes. ein richtiger großer brocken würde ich sagen. geht quer über die bühne und setzt sich dort auf einen stuhl. als nächstes der master der turntables (hab leider den namen vergessen), ein richtiges muskelpaket, und dann noch jemand fürs keyboard. ich weiß nicht, ob das jetzt die hiphop-konzert-typische formation ist, aber so ist es eben. und nun endlich: mos def. ein mann mit energie stürmt auf die bühne und schon wird losgerappt. die menge ist begeistert.
bei den ersten zwei nummern schlägt mir der bass aus den boxen etwas auf den magen, aber das ist schnell vorbei. und mos def wird immer besser. ich bin kein hip-hop-experte, aber ich finde er rappt ganz supertoll und zwischendurch macht er seine späße und ist überhaupt ganz der sympathische.
er macht sich auch über snoop dogg und jay-z lustig. dave chappelle kommt kurzfristig auf die bühne. tut aber nichts. wird nur kurz bejubelt und gesellt sich dann zu den anderen typen, die im hinteren bereich der bühne stehen und sitzen und zur musik hiphop-mäßig mit dem kopf nicken. ich denke mir anfangs, dass die irgendwann mitrappen, aber eigentlich tun sie gar nichts (habe mich ihm nachhinein aufklären lassen: die typen sind mos defs kumpels (sandkastenfreunde sozusagen), mit denen er überall hingeht und die er wahrscheinlich auch finanziell versorgt. jeder rapper hat so seinen “clan”, den er unterhält. so in etwas nach dem motto: einer für alle. alle für einen. ist doch nicht schlecht, oder?). mos def macht mehr als zwei stunden show und was ich höre, gefällt mir total gut. werde hier sowieso noch zum totalen hiphop-fan. ich verstehe zugegebenermasse nicht alles was er so rappt, und bei seinen scherzen lache ich mit der menge mit, aber ganz daneben bin ich auch nicht gestanden. die stimmung ist toll und zeitweise sind alle zum hiphop-typischen hand-nicken oben. da gibt es wahrscheinlich einen fachausdruck dafür, aber ich hab da keine ahnung. das konzert ist um dreiviertel drei aus und im bett liege ich um halb vier. sehr schön. ich muss am nächsten tag eh nur arbeiten.
damit ihr von dem konzert auch was habt, hier habe ich videos für euch (die bässe klingen ein bisschen stark durch):
miss fat booty (müsstet ihr ev. kennen, klassiker)
sex, love & money (von der neuen cd)
mathematics

und hier noch fotos (ich wisst ja gar nicht wie schwer es ist, bei meinem hiphop-konzert fotos zu machen…):

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konzerte - so ganz im allgemeinen

um meine konzertsucht auszuleben, muss ich natürlich auch an tickets kommen. wer sich das jetzt als gemütliche sache wie in österreich vorstellt, denn muss ich nun aufklären. generell ist es so, dass man, wenn man pünktlich (und damit meine ich falle von u2 ja die minute) online karten kaufen will, garantiert keine mehr bekommt.
alles, was so halbwegs berühmt ist (da zähle ich jetzt mal folgende stars dazu, die bald in nyc spielen werden: alicia keys, maroon5, oasis, lenny kravitz,…), ist superschnell ausverkauft.
schließlich kann man nicht den ganzen tag auf www.ticketmaster.com verbringen. dann verschaut man sich wieder beim datum und schon ist die einzige möglichkeit der schwarzmarkt. und das ist hier eine brutale angelegenheit. wenn man da ganz lieb eine email schickt “do you still have the u2-tickets? how much?”, kriegt man meist eine viel mut machende antwort zurück “make an offer! highest one is already by 600!” - “no, already sold them for 700!” manchmal hab ich aber auch glück und ergattere über craigslist relativ günstige karten.
hat man nun sein ticket, geht’s los zum konzert. und auch hier findet man amerikanische eigenheiten. zugegeben ich bin für robbie williams in wien auch 5 stunden am boden gesessen und hab gewartet (das ist aber eine ganz andere welt), aber hier wartet man beim kleinsten pimperlkonzert immer minimum eine stunde, entweder vor der tür, oder wenn sie barmherzig sind wenigstens drinnen. ein hartgesottener new yorker kommt da prinzipiell erst wenn die vorgruppen schon alle wieder abmarschieren und die echten stars kommen. und vielfach gehen sie auch, bevor die zugabe kommt. da zahlen sie also ein heidengeld und haben nur die halbe musik.
aber sie werden schon wissen, was sie tun.
was konzerte betrifft hat man hier aber schon eine große auswahl und ich bin noch immer erst am entdecken, was es alles gibt und wo man noch überall hingehen kann. also: konzertauge sei wachsam.

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die superbowl

ein aufregender sonntag. zuerst die harlem-tour und am abend steht die superbowl am programm. warum das eigentlich superbowl heißt ist mir ein rätsel, denn die trophäe ist so gar keine bowl, vielmehr ein football der in einer pyramide steckt (die vince-lombardi-trophy), aber das ist eigentlich gar nicht so wichtig…
wer spielt? die new england patriots (boston) gegen die philadelphia eagles. nachdem man auf unserem mickey-mouse-fernseher nicht einmal den ball sehen kann, müssen wir uns einen großen fernseher suchen. an der upper east side ist das kein problem, da gibt es haufenweise sportbars.
ich football-begeisterte kann reingard und silvana (eigentlich auch begeistert) zu folgendem plan überreden: ein nettes pub mit riesenleinwand und superguten burgern (muss man für sowas noch begeistert werden?). ich rechne eigentlich damit, dass alle bars gesteckt voll sind und wir unseren burger auf engstem raum eingequetscht essen müssen. dem ist nicht so. silvana klärt mich auf. normale amerikaner haben ihre superbowl-parties zu hause, denn normale (sorry für die verallgemeinerung) haben auch riesengroße fernsehen und müssen nicht in eine bar ausweichen. jedenfalls kriegen wir (reingards arbeitskollege dave ist auch mit) einen netten tisch und die burger kommen auch gleich. vor dem spiel geben die black eyes peas nochmal ihr bestes (die sind ja auch wirklich gut), alicia keys singt die nationalhymne und schon geht’s los - kick-off.
während wir also genüsslich unsere deluxe burger (mit champignons und speck und cancun fries - echt gut!) verdrücken, bemerken wir, dass wir einem seniorenpub gelandet sind. hmm. keine rechte stimmung also. außerdem rauscht die soundanlage ein bisschen. der retter in der not? mo’s bar. eh schon lange nicht mehr dort gewesen.
wir schaffen’s pünktlich zum zweiten viertel dort zu sein. das spiel ist noch nicht sonderlich aufregend, also versäumen wir während dem lokalwechsel nicht viel.
den ersten touchdown machen die eagles, die eigentlich der außenseiter sind. danach geht’s so hin und her. keine großen spielzeuge, nicht sonderlich spannend. wir tun, was alle in der bar machen. trinken bier und jubeln. ich juble für die patriots. aber es sind auch viele philly-fans hier. halbe-halbe würd ich sagen.
die halftime-show ist dieses jahr enttäuschend. ich bin kein paul mccartney fan und seine performance reißt mich nicht vom barhocker. nachdem den veranstaltern aber voriges jahr die sache mit justin timberlake und janet jacksons busen passiert ist, wollen sie wohl auf nummer sichergehen. was waren das noch zeiten, als u2 die halftime-show gemacht haben.
reingard ist kurz vor dem spiel noch vom philly- zum pats-fan mutiert. gute entscheidung, sag ich da. sie gewinnen nämlich auch. nicht zuletzt wegen quarterback tom brady. der dritte superbowlsieg in vier jahren.
resume: ich hab schon viel bessere superbowls gesehen. trotzdem war es lustig: reingard als superbowl-greenhorn (ich denke ihr hat’s gefallen), deluxe-burger (hatten wir schon lange nicht mehr) und partystimmung in mo’s bar.

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in harlem muss man gewesen sein

wir haben besuch aus österreich. “touristen” wirken sich immer sehr positiv auf unsere unternehmungslust aus. in den eiskalten winterwochen wird man ja unweigerlich träge und hat es am liebsten warm und gemütlich. da aber dieses wochenende der frühling anklopft und ich außerdem ja der totale harlem-fan bin, schließe ich mich bettina und ihren freundinnen an. wir fahren gegen 10 mit dem bus hoch zur 137. straße zu einer gospelmesse in der berühmten abyssinian baptist church. es wäre nicht new york, wenn es keine line vor dem eingang gäbe. und ein freundlicher herr schickt uns auch gleich ans ende der line (wo das ist sieht man nicht gleich) “around the corner”. nun ja, der corner ist ja schon mal ein riesenstück entfernt und als wir dort einbiegen, ist die line fast nochmal genauso lang. was lernt man daraus? wenn etwas in new york bekannt ist und noch dazu keinen eintritt kostet, gibt es eine line. und was für eine.
nach 30 minuten warten tut sich noch immer nichts. nach 45 minuten rücken wir weiter und als wir uns schon freuen, endlich um die ecke “zur richtigen” line aufzuschließen, sagt uns ein anderer freundlicher herr, dass wir ganz sicher nicht mehr platz haben werden, aber einen block weiter auch eine ganz nette kirche ist. “the mother african methodist episcopal zion church”. noch dazu die älteste afroamerikanische kirche in new york. gegründet 1796.
da wir eine ganze menge zeit mit warten verbracht haben, kommen wir natürlich zu spät zur messe. wer sich noch an sister act erinnern kann - so ähnlich sieht die kirche von innen aus. die mitglieder der kirche haben das feinste sonntagsgewand an. männer im anzug. frauen in farbigen kleidern oder kostümen und hüten. es ist angenehm geheizt und der gospelchor singt gerade. leider ist es auch ihr letztes stück, aber die stimmung während sie singen ist toll. fast alle leute in den bänken singen mit. eine alte dame kann gar nicht mehr stillsitzen und shakt so richtig ab.
was folgt ist der große auftritt des reverend. der pfarrer würden wir sagen. und seine predigt hat es in sich. akustisch mit allem was stimme und mikrophon hergeben, spricht er über die sklaverei, die rolle der black community, die afrikanischen wurzeln, was die afroamerikanische bevölkerung alles ertragen musste und was sie trotz widriger umstände hier in harlem alles erreicht hat. dramaturgisch und vor allem inhaltlich ist das ganze so exzellent, dass man einfach nur dasitzen kann und voller ergriffenheit zuhört. predigen mit soviel power vorgetragen könnte die kirche in österreich vielleicht auch gut brauchen. als die messe aus ist, verabschieden mich einige gemeindemitglieder und meinen ich soll bald wiederkommen. und was soll ich sagen? ich bin beeindruckt. die messe war schön und die predigt einsame klasse. ich komme hoffentlich bald einmal wieder.
nach der messe machen wir uns auf richtung east harlem. das ist ein ganzes stück und so sehen wir einiges von harlem. es gibt einerseits wunderschöne, alte häuser, die sehr schön restauriert sind und oft gleich daneben total baufällige gebäude. harlem war “ganz früher” ja ein reicher und weißer stadtteil. der name kommt aus dem holländischen. viele häuser wirken auch noch sehr europäisch. (ich versuche mich auch gerade in die geschichte harlems einzulesen, weil es mich unheimlich interessiert und weil harlem für mich ganz einfach der aufregendste und “schönste” stadtteil manhattans ist. ich hoffe, ich kann bald mit wissen glänzen.)
das harlem in manchen teilen eine sehr schöne und auch einigermaßen sichere gegend zum wohnen ist, scheinen die immobilienmakler natürlich schon bemerkt zu haben.
in east harlem sieht es etwas anders aus. diese gegend ist wirklich nicht sicher und hier sind haufenweise projects zu finden. in einer gruppe muss man sich tagsüber aber nicht fürchten. alleine wäre ich hier aber an manchen ecken ungern unterwegs.
wir sind an der 125. strasse angekommen. schon sehr weit östlich und beschließen die ganze straße westwärts zu gehen, weil sie eben auch die hauptstraße harlems ist. es ist sonntag nachmittag und viel los. hier findet man viele restaurants. pastry shops, die gerade eröffnet haben, kleine shops, in denen man sich braids flechten lassen kann (das sind diese kleinen zöpfchen, die ganz dicht an der kopfhaut geflochten werden), stände mit räucherstäbchen und obst,… ich komme mit dem fotografieren gar nicht nach. einstweilen starren bettina und ihre freundinnen ganz gebannt durch die fenster einer großen halle. was gibt’s da? keine ahnung, aber wohl was aufregendes. kann man sagen: es ist hillary clinton, die gerade im rahmen des “black history months” eine rede hält. leider dürfen wir nicht rein und auch nicht weiter unsere nasen gegen die scheibe pressen. schade. bill clinton hat sein büro auch an der 125. strasse. leider wissen wir nicht wo. ich hab auch schon einmal ein foto davon gesehen. der ausblick ist sagenhaft - über den ganzen central park. damit hat der gute bill einerseits den stellenwert harlems gehoben und andererseits auch was fürs eigene image getan. die clintons sind also in harlem ganz dick da.
wir gehen weiter. neben der straße parkt ein mercedes sl. und es ist nicht das einzige richtig “dicke” auto, das ich sehe. ich weiß nicht so recht, wie ich das deuten soll, jedenfalls fällt mir das auf.
vorbei am berühmten apollo theater (eine institution in harlem. bei den wöchentlichen amateur nights (im prinzip wie starmania, nur wird man dort ehrlicherweise ausgebuht oder eben bejubelt) wurden hier schon stars wie ella fitzgerald oder lauryn hill entdeckt). ich nehme mir schon lange vor endlich einmal herzukommen, aber bis jetzt hat es noch nie gepasst.
ziemlich hungrig entschließen wir uns zu einem verspäteten soulfood-lunch. “mana’s” heißt das lokal. man kann von einem riesenbuffet wählen und bezahlt nach gewicht. salate, huhn in allen variationen, gebraten mit honigkruste, in sauce, paniert, fisch, gemüsegerichte und alle möglichen beilagen. alles in allem nicht teuer und schmeckt sehr, sehr gut.
so ein harlem-ausflug ist einfach immer eine gute idee. und ich hab erst so wenig dort gesehen. fortsetzung folgt also….
****** fotos folgen ********

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auf der anderen seite

samstag mittag. zwei upper east side girls freuen sich über frühlingshafte temperaturen und sonnenschein. was tun? ein spaziergang zur upper west side wäre einmal angesagt, denn das kenn ich bis jetzt noch nicht so gut. also los.
im central park sieht man schon überall die sockel für christos und jean-claudes “gates”, die nächste woche eröffnet werden. ein bisschen natur tut richtig gut. es ist warm (bin ohne jacke unterwegs) und die sonne scheint ganz wunderbar. es ist schon toll, nur einen block vom park entfernt zu wohnen.
bei central park west (die strasse läuft die ganze länge des central parks westlich entlang) paangekommen, bemerken wir gleich den großen unterschied zur east side. hier wirkt alles irgendwie europäisch. es fühlt sich ein wenig nach “email für dich” an. häuser mit schönen treppenaufgängen, kleine alleen, fachwerksbauten. alles ist ein wenig ruhiger und relaxter, als an der upper east side. der teil der upper east side, in dem die superreichen wohnen und wo die häuser dementsprechend sind, ist ja relativ klein. und dort wohnt vor allem das “alte geld”. und carrie und charlotte.
die upper west side ist ist (so hab ich es zumindest gelesen) eher intellektueller, voller schöner restaurants, cafés und kleiner geschäfte. ich komme mir abwechselnd vor wie frankreich, italien oder england. europäisch eben.
bei der 110. strasse angekommen (hier hört der central park auf) gehen wir richtung morningside park. der schliesst fast unmittelbar an den central park an (etwas weiter westlich) ist aber viel kleiner und auch nicht so schön, weil er relativ abschüssig ist und schattig. links vorbei am park führt die morningside avenue auf eine anhöhe zur kathedrale st. john the devine. von dort oben haben wir auch einen traumhaften blick über harlem, das ich ja einfach toll finde.
es folgt ein kurzer abstecher zum campus der columbia universität. wunderschön. mich überkommt augenblicklich das gefühl, dass ich unbedingt noch einmal studieren will. bücher wälzen. in interessanten vorlesungen sitzen. auf den stufen vor dem bibliotheksgebäude sitzen und lesen. mehr wissen einfach. nun gut. schauen wir weiter.
nachdem wir zuvor herumgelaufen sind, gehen wir jetzt in die kathedrale (www.st.johndivine.org). schon groß und ehrfurchtseinflössend. für europäische standards aber wiederum klein. sie wirkt ein wenig wie die pariser notre-dame im kleinformat und schließlich ist die kathedrale auch nur wenig mehr als 100 jahre alt. ich bin ja ein großer kirchenfan. nicht weil ich so wahnsinnig religiös bin, eher weil ich von den gebäuden selbst beeindruckt bin (mein liebling ist da der dom in siena). drinnen ist es wunderbar still - da merkt man wiedermal wie sehr man das stete “rauschen” der stadt schon verinnerlicht hat.
schräg gegenüber der kathedrale an der 111. straße und amsterdam avenue ist der hungarian pastry shop. reingard kennt den schon und auch mein artdirektor vas hat ihn mir schon empfohlen. draußen in der sonne kriegen wir leider keine plätze. drinnen wimmelt es nur so von studenten, die gerade lernen oder sich durch dicke bücher arbeiten. kunstgeschichte, politikwissenschaften, philosophie… das wissen kocht hier fast über ;) die eigentliche überraschung sind aber die mehlspeisen. es gibt sacher- und dobostorten. strudel, plunderteiggebäck. wie daheim! ich gönne mir ein eclair. und das ist richtig gut.
gestärkt ziehen wir - mit einem kurzen abstecher zum hudson river - richtung east side. ich kaufe in einem bastelgeschäft noch schnell acrylfarben und malkarton. wenn ich schon nicht studieren kann, dann male ich wenigstens etwas!
ein echt schöner nachmittag und gute vorsätze, sich endlich wieder mehr von new york anzuschauen (vor allem die nicht so bekannten ecken), sind schon gefasst.

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