April 2005

offen für alles

ja genau. offen sein. ich bemühe mich und öffne mich. das austrian cultural forum lädt zur veranstaltungsreihe “moving patterns”. wieder mal so ein gekünstelter allerweltstitel unter dem ich mir gar nichts vorstellen kann.
es gibt ein kleines konzert mit dorit chrysler und binder & krieglstein. b&k hab ich noch nie live gesehen. also nix wie hin. ich bin von der ganzen woche mehr als gerädert und schon supermüde. eigentlich will ich dort daniel und regina treffen, aber ich finde sie nicht gleich. vor dem konzert gibt es noch ein screening von “blue moon” mit josef hader. den mag ich ja sehr gerne. leider hab ich den anfang verpasst, deshalb weiss ich den restlichen halben film nicht so ganz worum es geht. das mini-cultural-forum füllt sich. dorit kommt. sie ist thereministin. hoffe das heisst auch korrekt so. das ist ja an und für sich total faszinierend. nur heute nicht. mir brummt schon mein kopf, bevor die dorit angefangen hat. und als sie dann so mittendrin ist wird es mir einfach zuviel. sorry. heute bin ich nicht für klangexperimente aufgelegt. nix mit binder & krieglstein. die muss ich mir dann wohl in graz anhören.
dass soll jetzt nicht heißen, dass die frau chrylser nicht gut ist. die ist sicher toll, aber auch nur wenn man vorher ordentlich geschlafen hat. ich bin also auch weiterhin offen für alles.

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mein musik-karma

na, sehr gut. heute abend ist rob thomas konzert und ich hab noch immer kein ticket. die craigslist-preise sind einfach ein wahnsinn. ich will es diesmal auf die coole new-yorker-tour versuchen und vor ort (irving plaza) mein glück versuchen. aber beginnen wir von vorne…
der tag ist einfach schrecklich. ich muss mich den ganzen tag mit korrekturdesigns für einen neuen gay-lesbian-tv-sender herumschlagen. ist nicht mal mein eigenes design, sondern ich muss in vas’ entwuerfen herumwuehlen. mit fremden designs arbeiten, etwas, dass jeder designer hasst. aber was soll’s. jedenfalls vergeht die zeit wie im flug und es sieht ganz nach überstunden aus. es ist schon 7.45 als ich endlich aus dem büro rennen kann. schon halb verzweifelt, weil ich die chancen auf ein ticket schwinden sehe. während der subwayfahrt zum union square bin ich schon kurz vorm durchdrehen.
endlich da. die line ist wieder mal rund um den halben block. ich frage die leute nach tickets, aber keiner hat welche. ich stelle mich direkt beim eingang hin und komme mit einem typen zum reden, der auch noch ein ticket braucht. ich frag ihn gleich mal nach tipps und wie man die sache am besten angeht. und wir warten und warten. und nichts. vo der tuer steht gross geschrieben: “scalper sell fake tickets!” na, sehr aufbauend. und ich überleg mir schon, wie so ein scalper wohl aussieht und woran ich erkenne, dass jemand tickets verkaufen will. denn 30 meter rund um den veranstaltungsort ist das verkaufen von tickets verboten, sie muessen sich aber dennoch irgendwo beim eingang herumtreiben.
zwei maedels neben mir folgen einem etwas strange aussehenden typen um die ecke. ich geh mal mit. ich frag ihn um den preis. da meint er wir sollen da irgendwo in einen hinterhof mitgehen. naja, ich hab hier in nyc schon viel blödes gemacht, aber darauf lass ich mich auch nicht ein. ich geh wieder zurueck. der typ wartet auch noch immer. es ist schon 8.45 und wir geben langsam die hoffnung auf, erzählen uns gegenseitig, wie anstrengend es ist tickets zu bekommen und das ticketmaster.com die hoelle ist. er meint noch, dass von drei versuchen tickets vor der tür zu kriegen, einer hinhaut.
auf einmal kommt eine etwas aeltere frau her und fragt uns ob wir tickets haben. wir beide: “nein!” da meint sie, dass sie zwei tickets hat und einfach nicht so lange warten will, bis rob thomas um 9.30 kommt und wir ihre tickets haben koennen. geschenkt! ja, wie bitte? ich kann mein glück nicht fassen. entweder hab ich durch mein vieles konzertgehen sowas wie ein positives musik-karma aufgebaut und die karte wirklich verdient oder wir haben einfach so traurig dreingeschaut, dass sie sofort gewusst hat, wem sie die karten am ehesten gibt ;) auf jeden fall bin ich drinnen! gerade als ich reinkomme, faengt der support an: beth hart. wow, die hat ja eine tolle stimme. und sie ist auch lustig, singt ein schraeges lied ueber ihren mann. einige ruepel schreien schon nach rob, aber ich finde das einfach unhoeflich. noch dazu ist sie einfach toll und ich geniesse alle ihre lieder. nach einer kurzen pause kommt er dann. rob!! kaum zu glauben, dass ich jemand mit flinserl toll finde. aber er ist halt einfach cool :) und seine neue cd find ich einfach nur klasse. ich hab noch dazu einen guten platz erwischt. rob spielt alle seinen neuen lieder. die stimmung ist wahnsinn. kann gar nicht sagen, welches lied ich nun am tollsten finde. er spielt auch smooth.
was ich bei einem konzert immer gut finde ist, wenn der musiker mit seinem publikum spricht und was persönliches einbaut (hallo bob dylan, nimm dir ein beispiel!). rob kann das auf jeden fall. supersympathisch und witzig. und die zugabe ist ganze 5 lieder lang. ich denke das ganze konzert dauert 2 stunden aber alles was supertoll ist vergeht natürlich viel zu schnell.
dass ich heute so ein glück hatte, kann ich gar nicht fassen!
beth hart
rob thomas - lonely no more
rob thomas - this is how a heart breaks
rob thomas - push

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einmal alle zusammen

mit hilfe von derek und reingard kommen wir alle zu gratis-konzerttickets für katie melua. katie war im jänner ja sowas wie der beginn zur konzertmanie. warum ich nicht früher auf die vielen tollen konzerte gekommen bin, ist mir gelinde gesagt ein rätsel.
heute abend sind alle versammelt: juliane und shawn, heath, silvana, bettina, reingard und derek, sandra (auch eine lehrerin) und ich. das konzert ist in der townhall. vor katie singt ein trauriger junge mit gitarre. wahrscheinlich wurde er grade von seiner freundin verlassen. dann kommt auch schon katie. die townhall ist nur bis zur hälfte gefüllt. deshalb haben wir auch die tickets bekommen. arme katie. aber sie ist halt eher für einen kleinen jazzclub. in der townhall wirkt sie ein bisschen verloren. aber sie ist mal wieder sehr gut und sehr sympathisch. allen anderen gefällt es auch sehr gut.
nach dem konzert schauen wir noch in ein pub gleich neben an. aber nach englischen brauch sperren die schon zeitig zu. da bleibt nichts anderes übrig als ninth avenue. da arbeite ich ja. also finden wir auch gegenüber von meiner arbeite eine bar. ein sogenanntes “dive”. das ist so eine richtig abgefuckte bar, wenn ich das hier so schreiben kann. rudys. ich glaube so alle zusammen in der runde waren wir wohl noch nie weg. ist sehr lustig. am nebentisch sitzt die band von kelly clarkson mit denen ich mich noch unterhalte. sie haben sich gerade alle tätowieren lassen. na sehr interessant. ich bestelle kelly noch gruesse, dann gehen sie. der harte kern bleibt mal wieder am längsten (juliane, shawn und ich). unverwüstlich halt.
es wäre wohl am praktischten ich würde noch ein paar stunden länger da bleiben, dann könnte ich gleich direkt ins büro gehen. aber das ist wohl nix.

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i know it better!

heute abend endlich mal wieder kino. habe heath zu “the interpreter” mit nicole kidman und sean penn überredet. ganz kurz: die gute nicole is dolmetscherin bei der UN und hört ungewollt ein mordkomplott mit. sie ist in gefahr und sean penn ist der cia-agent. der film ist ganz gut. man sieht viel new york city, was ja total wichtig ist, wenn man schon so viele sachen kennt. und damit wären wir auch schon beim grund dieses eintrags: in der schlussszene sieht man sean penn und nicole kidman in einem kleinen park an einem ufer. auf der gegenüberliegenden seite sieht man das UN-gebäude. heath fragt mich, wo sich die beiden denn gerade befinden. und ich meine queens, weil die UN am eastriver auf der 42. straße ist. eine ganz schlaue new yorkerin beugt sich dann zu mir her und meint, dass das nicht stimmt. es sei nämlich brooklyn. aha. lass ich mich also belehren, obwohl ich vom gegenteil überzeugt bin. deshalb schau ich auch noch am plan nach… und siehe da. es kann nur queens sein! noch dazu hab ich mal am obersten zipfel von brooklyn gewohnt und da hat man die UN gerade noch so gesehen…
bin ich nun schon ein kleiner new yorker??

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alicia! das highlight

auf dieses konzert freue ich mich wohl am allermeisten. ich finde alicia keys einfach toll. und noch dazu in der radio city music hall. welch ein ereignis!
da heute samstag ist, kann ich mich mal in aller ruhe aufs konzert vorbereiten und muss nicht nach der arbeit schnell mal hinhetzen. es hat tagsueber geregnet und alles riecht sehr frisch (irgendwie nach sommerregen) und ich bin bester laune. auf dem hinweg hoere ich schon mal alicia am ipod.
leider filzen sie mir am eingang meine kamera. leider. wie zu erwarten fuellt sich der saal nur schleppend und die erste vorsaengerin steht schon auf der buehne. so aehnlich wie keisha heisst sie, aber sie ist nicht so aufregend. nach einer kurzen pause kommt dann john legend, den ich ja schon zweimal live sehen durfte. och, er ist einfach toll. er spielt den ersten teil mit seiner band und dann einige sachen solo am klavier, was ich eigentlich am besten finde. immer wieder klasse der john.
dann wartet alles nur mehr auf alicia keys. die buehne sieht aus wie bei einer revue. die musiker stehen auf podesten, ein grosser weisser fluegel auf der linken seite. ich weiss gar nicht so recht, was mich erwartet, als alicia nun endlich hereinwirbelt, im wahrsten sinne des wortes. die menge springt natuerlich gleich geschlossen auf (sowas kennen wir ja schon) und als erstes lied kommt karma. sie gibt gleich mal alles und der saal tobt. und dann fuegt sich ein hit an den naechsten. sie spielt alle ihre tollen lieder (girlfriend, a woman’s worth, if i was your woman, heartburn, dragon days, fallin’, rock with u, how come u don’t call me, you don’t know my name, nobody not really, diary, wake up,… also so ziemlich alles). manche als medley, manche solo am klavier, manche mit band, schnelle nummern, langsame sachen. es ist einfach eine richtige show. nach einem kostuemwechsel kommt sie in einem schwarzen abendkleid mit stola auf die buehne und singt alte klassiker von billie holiday. der grosse abschluss ist dann “if i ain’t got you”… muss schon sagen ich bin schwer begeistert. das dritte bild hab ich aus den unendlichen weiten des internets, damit ihr euch vorstellen koennt wie’s war. einzigartig!!!


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ritter der kokosnuss

tribeca film festival. beim durchlesen des programms hab ich so ueberhaupt keine ahnung, was ich denn nun ansehen will. so bewirkt es eigentlich genau das gegenteil von dem was es bringen soll: ich verabsaeume es irgendwelche tickets zu kaufen. dass ich dennoch etwas film festival atmosphaere abkriege, verdanke ich heath. der hat ein free open air screening von “monty pythons and the holy grail” ausfindig gemacht. oh ja. monty pythons, da bin ich sofort dabei.
leider schaut es nach regen aus. wir gehen zum world financial center und dessen vorplatz. das ist direkt bei ground zero zum hudson hin gelegen. die aussicht auf new jersey ist toll. wir holen uns gleich mal gratis-popcorn und gratis-flavored-water (was wie shampoo schmeckt, wie sich spaeter herausstellt). ganz von der gratis-welle erfasst will ich natuerlich auch noch so eine blaue decke haben, weil ich wieder mal viel zu kuehl angezogen bin und es schon halb nieselt. aber was? decke krieg ich nur, wenn ich eine american express karte herzeigen kann. ich hab aber keine. heath auch nicht. alles kein problem, weil ich den typ hinter mir frage, ob er mir nicht kurz seine kreditkarte leiht. zuerst erstaunt, gibt er mir sie dann aber gleich. hab ich also auch eine decke. dann machen wir noch bei einer umfrage mit und kriegen eintrittskarten fuer madame tussauds.
der film startet und der regen auch, mit kleinen pausen. es ist eiskalt und ich weiss gar nicht mehr, wie ich mir die kleine decke am besten herumwickeln soll. der film ist natuerlich ein riesenspass, obwohl ich zugeben muss, dass ich durch meine kapuze nicht alles verstehe. kurz vor dem erfrierungstod ist der film dann aus und es geht heim.

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schlafen. es ist stärker als ich…

gestern abend. nach all den konzerten wollte ich es mal geruhsam angehen. etwas gutes essen und dann noch einige längst fällige arbeiten machen. damit ich auch ja fits fuers arbeiten bin, will ich mich mal eine halbe stunde hinlegen. eine tolle idee war das, muss ich schon sagen. ich bin das erste mal um 3 uhr in der frueh aufgewacht und dann erst wieder um 7.30, wenn reingard beim rausgehen an meine tuer klopft und mich aufgweckt. na toll. nur geschlafen. diesmal war es staerker. jetzt am morgen fuehle ich mich zwar ausgeruht, aber mein schlafdefizit ist noch betraechtlich. ich hab ja die these aufgestellt, dass sich der koerper jede stunde versaeumten schlaf merkt und dann wenn man es am wenigsten brauchen kann *hier kann man das sowieso nie brauchen* zurueckfordert.
auf jeden fall erfahr ich auch noch, dass im central park gestern abend die grosse h&m-fashionshow war mit rapper kanye west. nicht, dass ich da so einfach hineinspazieren haette koennen, aber naja, schalldicht wird das zelt wohl auch nicht gewesen sein. hmmmm.

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ein zwischenstand

heute 8.20 PM. eigentlich wäre genau jetzt mein flugzeug richtung heimat abgehoben (ok, zugegeben ich schreibe den blog nachträglich und habe datum und uhrzeit umgestellt, aber so genau geht es ja nicht).
aber nun bleib ich doch bis ende september da. dachte es wäre aber mal zeit für einen kleinen zwischenstand. ich kann mich gar nicht mehr so recht erinnern, wie denn der anfang hier war. direkt vom flughafen nach brooklyn. es war superheiß. und ich hab eigentlich gar niemanden gekannt. und dann bin ich gleich mal nach manhattan umgezogen. zu reingard und bettina. jetzt ist schon alles sehr zur gewohnheit geworden. das arbeiten, tagesablauf, was kaufe ich wo ein, wo finde ich was, fortgehen, die amerikanischen eigenheiten…
ich weiss nicht mehr, wann sich die routine eingestellt hat. irgendwie ganz unbemerkt wahrscheinlich. und manchmal stell ich mir auch vor, wie es war, als ich noch daheim in österreich war. und das ist schon lange her und es rückt immer weiter weg.
auf jeden fall gefällt es mir hier und ich genieße jeden tag. naja nicht jeden. manche tage sind auch nicht so schön. aber die sind selten. ich habe tolle freunde gefunden und die stadt bietet einem so viele möglichkeiten etwas zu machen.
nachdem nun auch der ewig lange und kalte winter vorbei ist, kann es nur noch toller werden. wieder im freien sitzen, konzerte im central park, hoffentlich bald eine party auf der dachterrasse (oder wenigstens eine laptop-movie-night ;) wenn man so alleine im flugzeug sitzt, malt man sich natuerlich aus, wie denn alles so werden wird. ich war vorher schon einmal in nyc, aber nur auf urlaub. und jetzt so gleich voll leben hier. ich war neugierig und unheimlich aufgeregt. und natuerlich war alles anders, als ich es mir gedacht habe. und wie sehr sich alles veraendert von tag zu tag und monat zu monat wird mir erst bewusst, wenn ich selber in meinem blog stoebere und nachdenke, was schon alles passiert ist. meine nervenaufreibende apartmentsuche, das entdecken der stadt, die arbeit, die amerikaner und ihre eigenheiten, die ploetzlich aufgekommene konzertmanie.
um es ganz symbolisch zu sagen: ich bin wohl als leeres gefaess gekommen und nun fuelle ich mich gerade an und komme als volles gefaess heim ;) na sicher hab ich mir auch ueberlegt dazubleiben. noch ein jahr. ja, das waere schon was. aber ich hab schon andere plaene und aus nyc wieder wegzugehen heisst ja nicht, nie mehr wiederkommen zu duerfen. jo! aber ich bin ja eigentlich gar kein stadtkind. und vielleicht ist es gerade deshalb so aufregend fuer mich und ich versuche eben alles zu machen, was mir unterkommt. ein guter freund hat mal gesagt: “du bist doch das kleine maedchen fuer die grosse stadt!” stimmt wohl.
hier war auch nie was schwierig. die sprache? nein. es gibt so viele leute hier, die so gut wie überhaupt nicht englisch können. die arbeit? auch nicht. ich hab wieder mal glück gehabt und eine coole agentur gefunden, wo ich viel machen darf und auch viel lerne.
dass das leben hier so ganz anders ist, als ich es mir vorgestellt habe, war zu erwarten. und es ist komplett anders. die größte überraschung von allen war wohl jene, wie anders amerikaner im vergleich zu uns europäern sind. ist schwer zu beschreiben. ich denke alle europäer untereinander von skandinavien bis ans mittelmeer stehen sich vom naturell her untereinander näher, als zu den amerikanern. und es ist nicht so, dass einem das sofort auffällt. die meisten unterschiede kriegt man erst irgendwann mit. wenn man wieder mal nur den kopf schütteln kann.
das bild der amerikaner wird in europa ja hauptsächlich durch die medien geprägt und da sieht man ja zu einem großen teil dinge wir george bush. die amerikaner pauschal als idioten hinzustellen (und ich habe oft diverse vorurteile von bekannten daheim gehört) finde ich falsch. ich habe hier sehr nette menschen kennengelernt. sehr intelligente, sehr offene personen. auch idioten. aber die gibt es überall.
wenn man mal einige zeit hier ist, sieht man viele dinge anders. einiges in amerika ist sehr positiv verglichen mit anderen ländern, vieles natürlich auch negativ. in meinem blog schreibe ich ja meistens nur die schönen und lustigen oder zumindest die eigenartigen sachen. die negativen seiten zähle ich ja eher selten auf. die obdachlosen, die man jeden tag sieht, den beinamputierten kerl, der sich bettelnd und auf seinen händen durch die subway bewegt, den dreck, der überall ist, aggressive menschen, umweltverschmutzung, energieverschwendung, oberflächlichkeit, konsumsucht, stress, egoismus, rassismus, gewalt,…
das sind teilweise dinge, die ich jeden tag um mich habe. und um nicht depressiv zu werden, grenzt man sich von alledem ab. man nimmt es einfach hin und versucht nicht weiter darüber nachzudenken oder versucht ganz schnell auf die positive seite zu gelange: menschen, vielfalt, kultur, musik, berufliche chancen, abwechslung, kreativität, tempo, aktivität, freunde,…
es ist halt ein ewiges hin und her. ich denke, dass ich jetzt schon viel gelernt habe. und wahrscheinlich bin ich auch nicht mehr die gleiche wie vorher. dazu ist zuviel passiert.
wenn ich jetzt so über die zeilen fliege, sehe ich, dass das alles ein durcheinander von eindrücken ist. und das passt so am besten. zum schlichten fange ich erst daheim an.
wenn ich dann einmal heimkomme, war ich 13 monate weg. und ich werde im flugzeug sitzen und mir vorstellen, wie wohl alles werden wird - ohne nyc.

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beautiful garbage

neuer tag - neues konzert. garbage. dieser tage ist aber auch wirklich viel los und ich bin schon etwas geschlaucht. aber ein konzert ist immer noch gegangen. ist für einige tage auch das letzte ;) eigentlich wollte ich mit heath hin, aber er kann nun nicht und so geht meine neue arbeitskollegin isabell mit. wir wollen uns im hammerstein ballroom treffen, finden uns aber nicht. rund um mich herum alles eingefleischte garbage-fans mit tour-tshirts aller vergangenen garbage-touren. die vorgruppe gibt sich alle mühe, aber alle warten nur noch auf shirley und ihre mannen.
shirley ist schon eine ganz coole und das konzert ist echt toll. sie spielen alle ihre alten hits (von den neuen sachen kenn ich noch nichts) und die stimmung ist echt toll. hab mir shirley eigentlich ein bisschen mehr bitchy vorgestellt, aber sie ist supernett. und wie ich nachher erfahre auch schon fast 40. unglaublich. sie sieht schon supergut aus.
nach dem konzert eile ich schnell zu julianes geburtstagsparty. ich hatte die karten ja schon lange gekauft und dabei den geburtstag total vergessen. sie sind vom korean bbq schon weiter in eine bar und ich treffe alle dort. heath ist auch da, der ist ja am sonntag von iowa endgültig nach nyc übersiedelt. juliane gehört nun auch endlich zu den apple-usern. sie hat nämlich einen ipod shuffle bekommen! welcome to the family ;) wir wollen noch in die mercury-bar. auf dem weg dorthin schwatze ich einem typen, der gerade bei einer bushaltestelle die leuchtreklame-plakate austauscht, ein grosses playstation-portable-plakat ab (wieder mal ein unnoetiges ding mehr ;). in der mercury-bar bestellen wir uns dann noch robbie-williams-songs aus der jukebox. bin aber schon zum umfallen müde. konzert - arbeiten - konzert - arbeiten…. das ist schon anstrengend.

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wer alles so auf rockkonzerte geht…

nach freitag nelly und gestern bob geht’s heute schon wieder zu einem konzert. ash und the bravery. ich liebe ja ash. the bravery kenn ich fast gar nicht. das ganze findet im bowery ballroom an der lower east side statt. da war ich noch nie. das ganze ist noch kleiner als irving plaza und irving plaza ist schliesslich kleiner als das grazer orpheum. ich schätze mehr als 250 leute passen hier nicht rein.
es geht doch nichts über ein kleines, feines club-konzert. den namen der vorgruppe hab ich verpasst. der sänger hat geschätzte 45 kilo und ich hab bei seinen verrenkungen mit der gitarre angst, dass er sich wehtut. er überlebt es aber. kann mir einer erklären warum diese punk-rock-sänger immer aussehen, also ob sie gleich verhungern würden?
endlich kommen ash. die sind einfach nett. bedanken sich für alles, dass wir alle da sind und ohne fans geht sowieso nix und und und… ich finde sowas sehr sympathisch. der ashsänger ist auch nicht so ausgehungert. sie spielen alle ihre alten hits und einige neue sachen von der cd. welche freude! endlich mal ash live sehen. burn, baby, burn! girl from mars!
ich mache einen zufälligen blick rauf auf die leute in der galerie. und wen seh ich da???? JAY-Z!!! unglaublich. rapstar jay-z auf einem rockkonzert. sehr cool. soweit ich das sehe ist beyoncé nicht da. aber ich widme mich wieder dem bühnengeschehen.
die eigentlichen stars dürften diesen abend nämlich die nyc-stämmigen “the bravery” sein. als sie die bühne betreten, ist gleich mal die hölle los. die bandmitglieder find ich allesamt toll. der sänger mit tolle, der gitarrist ihm weissen anzug, der bassist mit lidstich bis zu den ohren zurück. und die musik erst. eine richtig supergute live-band. neben mir springen drei 30-somethings-frauen das ganze konzert hindurch (müssen die tagsüber denn nicht arbeiten oder woher haben die ihre energie?)
ich finde “the bravery” ganz toll. nach dem konzert versuche ich noch jay-z zu erblicken, aber schlauerweise renne ich die falsche stiege rauf und er geht die andere runter. ich sehe ihn dann noch in seinem maybach davondüsen (die geschäfte rennen schon sehr gut, hmm?) ein cooler abend jedenfalls.
hab nun etwas recherchiert und herausgefunden, dass jay-z wohl deshalb beim the bravery konzert war, weil die irgendwie unter seinem plattenlabel laufen.

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