May 2005

langsam rauf und schnell runter

heute ist memorial day. so weit ich mich erinnern kann, mein erster freier tag (abgesehen vom 24. und 31. 12) seit ich zu arbeiten begonnen hab. sowas muss man natuerlich ausnutzen!
silvanas freund dave war schon mal skydiven und hat uns damit den mund waessrig gemacht. also gehen wir heute skydiven. damit die am memorial day zukuenftig noch mehr sachen gedenken koennen… die todesmutigen: silvana, dave, daves freund yugal, heath, bettina und ich.
wir treffen uns alle in queens und in yugals truck geht’s dann los nach gardiner, upstate new york. auch so eine 2 stunden fahrt. zugegeben, ich bin nervoes. aber silvana auch. bettina nicht. die hat das schon mal gedacht und spricht ununterbrochen davon.
endlich kommen wir an. das ganze ist eine grosse, grosse wiese. ein asphaltstreifen drinnen. ein alter bus (das schulungszentrum ;) und ein zelt. ueberall rennen so coole, abgebruehte skydiver herum. der besitzer des ganzen ist so von der marke: total relaxt mit einem blick “ah, und wieder eine ladung halbnervoeser new yorker, die ihr tristes grossstadtleben mit einem adrenalinkick auffetten muessen!”
wir muessen auf ca. 10 seiten verzichtserklaerungen unterschreiben, dass wir im todes/verletzungsfall auch ja nicht klagen. “aber gestorben ist hier noch niemand!” sagt er uns noch im gleichen atemzug, als er uns das prozedere erklaert.
dann gibt’s eine kleine einschulung durch danish (den namen schreibt man sicher anders). ein ungar, dessen englisch gerade ausreicht um uns die wesentlichen dinge zu erklaeren. rausspringen, einen bogen (arch) machen, auf diesen hoehenmeter schauen. bei 6000 fuss einen kleinen ball an der hose des tandempiloten suchen und den fallschirm ziehen. und dann halt mit dem schirm einmal so rum und einmal so rum. fuessen anziehen. landen. und das wars dann. aha. kann ja nicht so schlimm werden.
jetzt bin ich echt nervoes.
mein “instructor” ist andre. ein richtiges trumm. lange haare, muskeln, schaut sehr wild aus. wenn er mir sagt, dass er bei den hells angels ist, glaub ich das auch. er ist aber total nett und erklaert mir nochmal alles. mittlerweile stecke ich in einem haufen gurte drinnen, hab eine leder kappe auf, plastikbrillen und so einen hoehenmesser am arm. waehrend dem warten vergeht die nervositaet.
wir besteigen alle das flugzeug. mit dabei ein videofilmer, weil yugal fuer sich auch eine dvd dazubestellt hat. wir fliegen so gute 10 minuten hinauf. auf eine hoehe von 14000 fuss. das sind glaub ich 4,5 kilometer. und dann steh ich schon bei der kante. manno. das ist aber schon hoch. unter mir ist die ganze welt zu sehen und ich soll einfach springen? naja, die entscheidung wird mir abgenommen, weil ich einfach “gesprungen werde”…. ja und wie ist das nun?
in den ersten sekunden seh ich abwechselnd himmel und erde und luft (weil sehr duenn) krieg ich vor lauter aufregung auch nicht. aber auf einmal geht’s. ich haenge wie ein kaenguruh-baby an andres bauch und schon geht’s dahin. freier fall. ja ist das cool! ist wie fliegen. yes! das dauert so ca. 1 minute. und als wir bei 6000 fuss sind (gottseidank schau ich auf den hoehenmeter) versuche ich diesen ball bei andres hose zu finden. ist irgendwie schon eigenartig in solch einer situation einen mann bei seiner hose zu befummeln und vor lauter aufregung finde ich diesen bloeden ball auch nicht. andre zieht die reissleine und es macht einen ordentlichen ruck. auf einmal ist es ganz ruhig (vorher war’s ziemlich laut) und da haengen wir schon gemuetlich im schirm. eine schrecksekunde gibt’s noch, als mich andre ein stueck runterlaesst (wahrscheinlich damit er besser sehen und steuern kann). ich hab ja gedacht, dass sich alle guerte loesen und ich ohne schirm weiter “fliege”…
dann krieg ich die griffe zum lenken in die haende und darf ein paar turns machen. wow! bei einem rechtsturn seh ich auf einmal meine fuesse nicht mehr, weil wir fast wieder horizontal sind. sehr aufregend.
es geht aber alles ziemlich schnell und schon sind wir unten. alle sind supergluecklich und high. adrenalin ist schon was tolles. wenn das ganze nicht so teuer waere (180 dollar!) wuerden wir das ja viel oefter machen. zu hause angekommen sind wir alle schon recht muede (die abenteurer!)…

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juliane fliegt…

juliane - unser zukuenftiger mba (master of business administration!) - hat das studienjahr hinter sich gebracht. gratulation! ihr praktikum macht sie aber bei siemens in muenchen. zum abschied gibt’s brunch im park avalon. eggs benedict, french toast,… man hat die qual der wahl.
im august ist unsere juliane aber wieder da. viel spass und erfolg in muc!!!

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americas cup training

damit mir und den kiddies nicht langweilig wird, hab ich mal eine neue freizeitbeschaeftigung gefunden: segeln. nun gut, das kann von uns eigentlich keiner, aber das ist kein problem, man mietet sich einfach ein boot mit skipper. das ist eigentlich teuer, aber nach einigem suchen, ist eine guenstige variante gefunden. 30 dollar pro nase fuer 8 stunden am boot.
die crew: guenes, juliane, shawn, heath und ich. unsere skipper: victoria und joe - east side sail. wir fahren mit der “langen-insel-schienen-strasse” nach huntington an der nordseite von long island. endlich bei der marina angekommen, haben wir natuerlich keine ahnung wo wir hin sollen. als wir nach unseren skippern fragen, kriegen wir dauernd nur die retourfrage: “and what’s the name of the boat???” ja, keine ahnung. aber anscheinend laeuft hier alles ueber den namen des boots.
schlussendlich finden wir doch noch unser boot. der name ist so kompliziert, dass ich ihn schon wieder vergessen habe.
wir fahren ungefaehr eine halbe stunde mit motorantrieb aus dem hafen raus (vorbei an mariah careys ex-villa) und dann sind wir im/am long island sound. windstaerke nach meinem eigenen empfinden: 0! na toll, da geht ja nichts weiter und ich krieg schon die krise. ich hab mir wohl zu oft die alinghi im americas cup angesehen. so in etwa hab ich mir das vorgestellt. wir gleiten mal eine zeitlang dahin. kriegen eine mini-schulung im segeln, duerfen an seilen ziehen, das segel auf die andere seite tun… guenes erweist sich bald als super-skipper (direkt am steuer!), weil sie wind “findet”…. auf einmal ist es naemlich ziemlich windig und das boot legt sich endlich in seitenlage. leider ist es noch nicht notwendig sich aus der seite raushaengen zu lassen (so wie in der thomas crown affair). ich haette das ja sofort gemacht.
es ist also doch noch ein ziemlicher spass und auch mal sehr relaxend so draussen aus der stadt.

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einmal boston und retour

bei der u2-madison-square-garden-ticket-suche hab ich ja einige freunde “online” gefunden. einer davon hat mich nun dazu ueberredet, doch nach boston zu fahren und nochmal u2 zu sehen. fuer sowas bin ich schnell zu begeistern, zumal er auch super coole tickets aufgetrieben hat. zwar wieder sitzplaetze, aber er (adam) meint, dass wir in boston ganz einfach GAs kriegen. ok, nehm ich mir also den halben tag frei (michael und jeremy sind u2-fans und haben vollstes verstaendnis).
die ganze sache kriegt auf einmal so einen blind date charakter, aber was soll’s. er ist schliesslich u2 fan. schauen wir uns das mal an. ja, haha. als ich ihn beim bus treffe, gibt’s nicht viel zum freuen ;) er verkoerpert den prototyp des midwest-amerikaners *klischee*: sehr dick, in jogginghosen und kariertem hemd. da er die tickets hat, kann ich auch nicht wegrennen…
im bus (fahrtdauer 4 stunden) mach ich dann eine stunde hoefliche konversation (er ist computerspiele-freak *iihhh!* und ernaehrt sich von fast food *ihhh!* - kein scherz) und dann stell ich mich schlafend. was super funktioniert. in boston angekommen ist es schon relativ spaet (5 uhr). die cancellation line wartet. aber: es regnet und ich schaetze die temperatur auf etwa 10 grad. egal. ich will GAs. adam schicke ich waehrenddessen zu den scalpern um dort nach tickets zu suchen. in der schlange mach ich wieder nette bekanntschaften. ein maedchen aus israel und einen haufen netter boston red sox fans… (seit dem fever pitch film gehoert mein halbes herz ja auch den red sox). ich bin gleich mal bis auf die haut durchnaesst und ich friere wie wahnsinnig. aber ich mach das fuer u2 und ich fuehle mich wie eine maertyrerin. irre, ja?
da stehe ich nun also von 5.30 bis 8.30 in der schlange und nix bewegt sich. von wegen in boston ist es ganz easy GAs zu kriegen. adam hat bei den scalpern auch keinen erfolg. ich verabschiede mich von den red sox fans (die es schon eigenartig finden, dass ich bei den guten karten 3 stunden im regen stehe um andere zu kriegen) und wir gehen rein. zugegeben die sitze sind wirklich grosse klasse. ich sitze gleich neben der buehne. direkt wo dann gleich the edge stehen wird. wow! da ich keine lust habe mit adam zu reden, kommen mir folgende begebenheiten zu hilfe:
1. die kings of leon sind schon lange weg, also kann es nicht mehr lange dauern.
2. al gore sitzt ein paar meter von mir entfernt und als man ihn erkennt, bricht jubel ohne ende aus (boston, demokraten und so….)
3. ein spieler der patriots ist auch da (leider nicht tom brady) und wieder jubel, jubel, jubel.
4. u2 kommen!
mittlerweile bin ich ja schon vertigo-tour-routinier (hab auch mein tour-tshirt an) und ich weiss schon ungefaehr was sie spielen und was sie fuer eine show haben.
ganz kurz: es ist wieder mal genial. die stimmung ist meiner meinung nach sogar noch besser als in msg. liegt wohl an den vielen iren, die in boston wohnen. als sie dann auch noch “with or without you” spielen (haben sie in nj und nyc nicht gemacht) ist sowieso alles perfekt. nach dem zweiten encore beginnt das publikum dann aus dem jubel heraus von ganz alleine “40″ zu singen. minutenlang. aber u2 kommen leider nicht mehr. das einzig negative beim konzert war, dass ich von beiden seiten von korpulenten personen eingeklemmt war und gar nicht wusste, wo ich denn nun hin soll.
dafuer hab ich the edge gesehen. ganz nahe!!!!!
beim rausgehen bedankt sich adam dann bei mir, dass ich so einfach mit ihm (einem unbekannten) mit zum konzert gefahren bin. er haette ja auch ein weirdo sein koennen. haha! er ist einer!!!
beim heimfahren sind die goetter mit mir gnaedig und ich erwische den letzten freien sitz im bus. adam muss auf den naechsten warten. so kann ich wieder ein bisschen schlafen und komme um 4 uhr in der frueh in new york an. um 5 bin ich dann in meinem bettchen. muede und sehr gluecklich. es erwarten mich 2,5 stunden erholsamer schlaf…

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die laufsache

ich hab nun echt keine ausreden mehr. es ist zu kalt. im finsteren kann ich im central park nicht laufen….
es ist nun schoen warm und bis um 8 uhr hell genug um runden im park zu drehen. ich habe also zum laufen angefangen. vor einer guten woche.
nachdem ich ja den ganzen tag vor dem computer sitze, kann das nur gut sein. ausserdem bin ich ja ein leidenschaftlicher gut-esser und seit ich mit guenes unterwegs bin, wird noch oefter geschmaust… :) meine strecke ist die runde um das jackie kennedy reservoir. das sind 2,4 kilometer. am ersten tag war’s eine runde. nach ein paar tagen zwei. und es laeuft sich ganz gut so. nach ein paar tagen hab ich heath ueberredet mitzulaufen, weil er ja sowieso fuer den marathon trainiert. der ideale trainingspartner ;) wir treffen uns zeitig um 6.20 beim park. was mir beim laufen auffaellt: die enten im reservoir und die eichhoernchen im park schwimmen/rennen prinzipiell in die andere richtung. muss noch herausfinden wieso.
mal sehen wie lange der eifer anhaelt. es ist halt schon schoen im central park zu laufen. am morgen ist es schoen kuehl und abends (ich geh nun auch manchmal spaeter, weil eh so viele leute unterwegs sind) sieht man die beleuchteten apartmenthaeuser an der upper east und west side…)

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preppy hiphop

gut. uebers wochenende hab ich mich mal erholt. montag. eine neue woche beginnt. die amerikanische woche beginnt ja sonntags und ich hab mich am kalender schon so oft geirrt. aber das ist eine andere geschichte.
eine sucht kann man ja von 100 auf 0 abstellen oder einfach die dosis reduzieren. ich reduziere lieber. heute gibt’s ein kleines *feines* konzert.
common, ein rapper aus chicago und kumpel von kanye west, hat seine cd-release-party in einem club im west village, dem s.o.b.
muss beim reingehen meinen kamera-akku abgeben. verflixt. wegen meiner erfahrungswerte komm ich nicht puenktlich, sondern 15 min zu spaet, weil die ja sowieso nie puenktlich anfangen. nie? aber heute schon. common rappt schon. aber er duerfte gerade erst angefangen haben. ich finde seine musik toll - kein mainstream rap. waehrend er rappt rufen ihn mos def und talib kweli am cellphone an. ich glaub ja sowieso alles… ;) er ist ja eher der preppy (geschniegelte) rapper mit schoenem hemd und nicht so superweiten hosen. so wie mein rap-liebling kanye west. die leute im club sind recht durchgemischt. alle hautfarben und vorrangig sehr elegant angezogene menschen. common, der edelrapper also. nach seinem auftritt zeigt noch sein DJ wo der bartl den most herholt. ich hab bis jetzt noch nicht so viel herumgescratche gehoert (um eine vergleichsmoeglichkeit zu haben) aber der ist einfach klasse. was der mit seinen schallplatten und einer nadel macht… beeindruckend.

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the big day

ich denke dies wird mein laengstes posting werden. wer es ganz durch schafft. gratuliere. wenn nicht. macht auch nix. aber ich muss das ganze einfach niederschreiben. ok. u2 spielen heute im madison square garden. und ich habe einen sitzplatz. aber was ist das schon. ich will ins oval. ich bin zu jung, um bei einem u2-konzert einen sitzplatz zu haben. die letzten tage habe ich auf ticketmaster.com verbracht. geruechteweise sollten die dort noch irgendwelche GAs (das insiderwort fuer stehplatz) verkaufen von margen, die zurueckgekommen sind (zb. von sponsoren). ich hab es ungefaehr alle 5 minuten probiert und das eigentlich den ganzen tag und die halbe nacht… beim bestellen muss man immer so ein wort eintippen, das auf einem bildchen hinter gitterlinien versteckt ist (so wollen sie scalper abwehren, die sich eine software fuer den ticketkauf schreiben wuerden)… mittlerweile kenn ich alle woerter auswendig (und es sind sicher mehr als 150). aber kein erfolg.
in der frueh geh ich laufen (tu ich seit neuesten, aber die geschichte kommt spaeter) um mich zu beruhigen. ich bin total aufgeregt. normal ist das nicht. dann setze ich mich schon zum computer. ich hoffe auf craigslist und ticketmaster, aber natuerlich kein erfolg. verzweiflung macht sich breit. ich lerne uebers ticketsuchen einige leute kennen (die u2 fans halten da zusammen). ich kriege den tipp mich am nachmittag in die cancellation line vor msg zu stellen und auf resttickets zu hoffen. um 4 uhr bin ich da. bettina checkt fuer mich daheim einige male ticketmaster. so hab ich alle eventualitaeten abgedeckt.
mein sitzplatzticket hab ich ja. das hab ich von so einem bankertyp gekauft, der ausgesehen hat wie christian bale in american psycho. cool eben. und der preis war ok. 160 dollar, wobei 110 dollar face value waren. es gibt ja leute, die fuer ein GA-ticket ueber 1000 dollar bezahlt haben. in new york haben eben sehr viele sehr viel geld.
mit dem wissen auf alle faelle drinnen zu sein, stelle ich mich in die schlange, die schon um den block geht. die ersten in der schlange sollen angeblich seit 10 uhr da sein. es dauert nicht lange und ich finde freunde. u2 fans sind halt wie eine familie :) toni, die eins hinter mir steht erzaehlt mir von der elevation tour und ihrem ersten u2-konzert ihres lebens: dem legendaeren 5-dollar-konzert in arizona, wo sie rattle and hum aufgezeichnet haben. rund um mich herum sind sowieso die totalen fans mit zig konzerten auf dem buckel und ich bin so ein armutschkerl…
ich erfahre soviel uebers ticketkaufen, wie ich wohl in 10 jahren auf craigslist nicht mitbekommen haette. u2 releasen also immer am konzerttag noch tickets beim box office. man muss sich nur anstellen. und auch nicht zu frueh. weil msg verkauft am anfang nur die teuren sitzplaetze und erst dann die richtigen tickets. die GAs.
die schlange bewegt sich. es ist 5 und das box office oeffnet. ich ueberleg mir schon wie ich es wohl anstelle mein anderes ticket zu verkaufen, weil rund um msg polizisten sind, die jeden scalper sofort hops nehmen. und ich bin nicht mal scalper… in der schlange treff ich sonny. dem hab ich vor kurzen die joey ramone tickets abgekauft. er war in new jersey schon im oval und moechte in msg einfach nur rein ist aber fuer die line ev. zu spaet dran. wir haben den deal, dass er - sollte ich es schaffen GAs zu kriegen und ich ihm eines mitkaufe - er beide bezahlt und mir hilft meinen sitzplatz zu verscherbeln…. na dann, lasst uns mal beten. er geht immer wieder nach vorne und sondiert die lage. hoffnung besteht. die zeit vergeht und um 7 habe ich es geschafft. ich kriege eine weisse plastikkarte und darf 10 security typen passieren um zum box office zu gelangen und dort tickets kaufen. aber sie haben nur die ganz teuren. und (noch) keine GAs. soll ich nun heulen? ich kaufe fuer sonny ein teures ticket, der supergluecklich ist, ueberhaupt reinzukommen… er gibt mir den tipp nochmal in die line zu gehen und auf GAs zu hoffen. naja, ich hab ja sonst nichts anderes zu tun. also wieder nach hinten. es ist 7.15
ich treffe wieder viele nette u2 fans. die koennen es zuerst gar nicht glauben, dass ich in der reihe stehe, wo ich doch ein ticket habe, aber nachdem sie von meiner supergenialen taktik erfahren, verstehen sie mich natuerlich voll und ganz. gerade als ein gewitter losbricht, bewege ich mich in der schlange unters vordach. wohl ein zeichen hoeherer instanz. die zeit vergeht und die schlange bewegt sich nicht mehr. es ist 8. eigentlich konzertbeginn, aber die kings of leon interessieren mich eh nicht. ich unterhalte mich mit fans aus costa rica und australien, die mir von ihren aufregenden u2-konzerten bisher erzaehlen. manche haben die ganz uralten joshuatree- und october-tshirts an. als es gegen 9 uhr geht, sehe ich der tatsache ins auge, dass es wohl keine tickets mehr gibt. sonny meint noch, dass er lieber irgendwo in msg sitzt, als woanders im oval zu sein. und das ich, wenn ich mal drin bin, sehr gluecklich sein werde. so ein weirdo!
ich gehe rein und bin froh ueberhaupt drinnen zu sein. mein platz ist ganz ok, zumal msg auch so gebaut ist, dass es wie eine grosse arena wirkt. vom boden heben sich die tribuenen in einer schraege, keine galerien und balkone, nur ganz oben. man hat also fast das gefuehl selbst auf den raengen noch einen stehplatz zu haben.
die kings of leon sind schon laengst weg und ich muss nicht lange warten, da kommen meine vier helden schon.
sobald das licht aus ist und sie mit “city of blinding lights” anfangen, macht es klick. es ist wie magie. jeder springt von seinem sitz und ab der ersten zeile wird alles mitgesungen. diese stimmung hier ist was besonderes. und ich hab keine ahnung warum. gegen msg war das in new jersey halt nur eine ordinaere halle. und hier ist es ereignis sondergleichen. der sonny-spruch macht ploetzlich sinn. u2 ist hier einfach 100mal besser als sonstwo. die setlist ist so aehnlich wie in new jersey. hier zum nachlesen: City Of Blinding Lights **** Vertigo **** Stories For Boys (Snippet) **** Rockaway Beach (Snippet) **** Elevation **** The Cry **** The Electric Co. **** Send In The Clowns (Snippet) **** I Can See For Miles (Snippet) **** An Cat Dubh **** Into The Heart **** Beautiful Day **** Blackbird (Snippet) **** Miracle Drug **** Sometimes You Can’t Make It On Your Own **** Love And Peace Or Else **** Sunday Bloody Sunday **** Bullet The Blue Sky **** The Hands That Built America (Snippet) **** When Johnny Comes Marching Home (Snippet) **** New York, New York (Snippet) **** Running To Stand Still **** Pride (In The Name Of Love) **** Where The Streets Have No Name **** One **** ZUGABEN **** Zoo Station **** The Fly **** The Jean Genie (Snippet) **** Mysterious Ways **** Original Of The Species **** All Because Of You **** Yahweh **** Vertigo
mein lieblingslied des heutigen abends: keine ahnung. ist wie ein einziges lied. bei one halten alle ihre cellphones in die luft (das feuerzeug des 21. jahrhunderts) und das sieht natuerlich umwerfend aus. fuer die buehne kann ich mich jedesmal aufs neue begeistern. bei vertigo kreisen die roten lichter um die band und die lichtvorhaenge funkeln bei zoo station in allen farben. wie toll die show ist kann man gar nicht beschreiben. man muss es schon sehen. ich freu mich fuer jeden, der in wien mit dabei ist und das ganze auch noch open air erleben darf!
und bono macht natuerlich wie immer auf love and peace. das ist vielleicht abgedroschen, aber er tut wenigstens was. mein lieblings u2-mitglied ist aber sowieso the edge.
leider ist alles viel zu schnell vorbei. 2 stunden vergehen wie nichts. es dauert eine weile bis ich in dem getuemmel raus kann. beim merchandising tisch erstehe ich diesmal sogar ein tshirt und ein poster. bin normalerweise niemand, der tour-tshirts kauft, aber bei einem fuer mich so historischen konzert muss das einfach sein. auf dem poster steht noch dazu “madison square garden, may 21, 2005″ oben. wer hat sowas schon? :)
gluecklich und muede schleppe ich mich zum 6-train. nach dieser anstrengenden und aufregenden woche brauche ich einen samstag lang zum erholen. und um das ganze zu realisieren, wie unsere lieben schifahrer so schoen sagen. ich hab doch wirklich u2 im madison square garden gesehen! diese ganzen strapazen waren es aber locker wert: monatelang tagtaeglich auf craigslist nach tickets zu suchen, stundenlang in der schlange zu stehen, meine wenigen dollars einem christian bale bankertypen in den rachen zu werfen,… ALL BECAUSE OF U2!
im nachhinein hab ich erfahren, dass ich in illustrer gesellschaft beim konzert war: julia roberts, tim robbins, kofi annan, david bowie, damien hirst, helena christensen, christy turlington, nicole kidman, matt dillon, patti smith, depeche mode,….

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das konzert eines toten

punk ist ja nicht so meine sektion. und eigentlich hab ich von diesem tollen konzert auch nur erfahren, weil es rumors gab, dass u2 zwischen ihren new jersey und new york konzert da auftauchen. wovon ist die rede? von joey ramones geburtstagsparty.
ich hab beim stereo total konzert den beiden martinas davon erzaehlt und die waren sofort begeistert. the ramones!!!
ja cool. ich hab den namen schon mal gehoert und eigentlich will ich nur u2 sehen und das bitte im winzig kleinen irving plaza.
also besorg ich wieder mal tickets ueber craigslist. da bin ich ja eh schon experte. als ich mich dann etwas fuers konzert vorbereiten will, entdecke ich auf joey ramones website, dass er schon tot ist. hallo? ich gehe auf sein konzert und er ist schon tot? warum hat mir das niemand gesagt. kurz weiterrecherchiert. ok. das konzert gibt’s jedes jahr zum gedenken an ihn.
also los geht’s. die zwei martinas sind da, andreas (martinas freund) und ich. und es spielen ein ganzer haufen bands, die ich nicht kenne. teilweise wirklich ganz alte punk-haudegen, so richtige klapper-gestelle. dann kommt endlich eine junge band. und das publikum flippt voll aus. von einer sekunde auf die andere springen die wild herum und ich muss meinen “direkt-vor-der-buehne-platz” raeumen. das ist nix fuer mich. sorry, wenn ich da einige leute beleidigen muss. aber punkfans sind wirklich leute, die ueberhaupt nicht tanzen koennen. andererseits, was soll man bei der musik auch schon fuer coole bewegungen machen? ich bin ja auch keine beyonce, aber unrhythmisch herumspringen und alle 10 sekunden hinfallen??????
so auch das geht vorbei. dann gibt’s noch stage-diven, leute mit uralten ramones-tshirts, frauen mit glitzerperuecken, eine stripperin und messerschlucker und irgendjemand, der mit den sex pistols getourt ist… urgestein quasi… als letztes ueberbleibsel der ramones kommen dann noch marky und tommy. auch nicht mehr ganz frisch, aber halt ein ereignis.
u2 kommen natuerlich nicht. hmm. hab nachher erfahren, dass sie in einer kleinen bar an der lower east side mit leonard cohen einen song gespielt haben. immer diese rumors. aber auch ohne u2 war das mal was cooles.

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u2 - die erste

endlich. endlich. mein erstes u2-konzert. unglaublich, dass das nicht frueher schon mal funktioniert hat. aber schliesslich wollte mich meine mama damals enterben, als ich extra fuer das u2-konzert von der schweiz aus nach wien fahren wollte. und das alles in 36 stunden (wovon 20 stunden fahrzeit gewesen waeren). aber wovon red ich….
also heute spielen sie in new jersey. bin schon den ganzen tag aufgeregt. und manchmal ueberleg ich auch, ob es die richtige entscheidung ist, das allererste konzert in new jersey (das ist halt so nicht besonders…) zu sehen und nicht etwa im madison square garden. aber u2 ist wohl nie falsch.
ich muss mit dem bus rueber fahren. vor lauter aufregung und weil ich schon zu spaet bin, verirre ich mich bei port authority (busbahnhof). endlich. mein bus. 20 min spaeter bin ich drueben. von der continental arena aus kann man noch manhattan sehen.
als ich drinnen bin spielen schon die kings of leon. mein sitzplatz ist nicht so schlecht (hab ja leider keinen stehplatz gekriegt). nachdem ich den ganzen tag noch nix gegessen hab, hol ich mir ein suendhaft teures hot dog. was besseres haben die hier auch nicht.
die buehne sieht toll aus. eine grosses oval. in der mitte stehen die gluecklichen per zufallsgenerator auserlesenen fans. nicht ich :( und schon kommen sie. ein glitzernder vorhang aus lichterkugeln kommt herunter, rote glitzerkonfetti und sie starten mit city of blinding lights. ich will jetzt keine lange konzert review schreiben. nur soviel. es ist einfach super super toll. sie spielen auch viele alte sachen. und 7 sachen von der neuen. insgesamt sicher ueber 20 lieder. das oval blinkt und leuchtet in allen farben. mein lieblingslied des heutigen abends: running to standstill.
ich bin schwer beeindruckt und das war erst der anfang. denn am samstag wartet the church auf mich!

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auf nach warsaw

fuer den occasionspreis von 10 dollar hab ich zwei tickets fuer the bravery erstanden. sie spielen in greenpoint, meiner ehemaligen heimat in brooklyn. ist eine polnische neighborhood im norden. der konzertsaal heisst passenderweise auch warsaw. hab heath mitgenommen, damit er sich gleich mal ans konzertgehen gewoehnen kann. vor der tuer verscherble ich noch isabells ticket (krank) und so machen wir gleich bekanntschaft mit stacia. die ist eine art personal trainerin. hilft also leuten die unterschiedlichsten sachen “durchzuhalten”. diaeten, psychotherapie, scheidungen, etc… sehr interessant muss ich sagen.
die vorbands sind eigentlich ziemlich cool. wir geniessen sie auf der galerie sitzend mit polnischem bier (hab etwas muede knochen in letzter zeit ;) der konzertsaal erinnert mich so ein bisschen an die alten ballsaele irgendwo am land daheim. so im 50er jahre stil. mit einer alten schank. einer groessen tanzflaeche und buehne.
the bravery spielen wieder mal super, aber nicht mal eine stunde.

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